Forschendes Lernen an der Hochschule Kaiserslautern

Antrag

Ihre Anträge können Sie über die Rubrik „Wettbewerbe“ im Campusboard einreichen.

Was ist Forschendes Lernen?

Das Forschende Lernen ist eine aktivierende Lernmethode, mit der Studierende ihren Wissenserwerb selbstständig organisieren und Fähigkeiten entwickeln mit komplexen Situationen umzugehen. Studierende gestalten, erfahren und reflektieren den Prozess eines Forschungsvorhabens in seinen wesentlichen Phasen.

Projektvideos

Kompetenzerwerb für Studierende

  • Vertiefte Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten
  • Eigenständigkeit, selbstständiges Arbeiten
  • Teamfähigkeit
  • Selbstorganisation
  • Forschungsmethoden können ausprobiert werden
  • Einblicke in einen Forschungsprozess

Das Besondere am Forschenden Lernen ist die Möglichkeit für Studierende innerhalb einer Gruppe auszuprobieren und zu versuchen, einschließlich der Möglichkeit des Scheiterns. Die Studierende können die Erfahrungen aus ihren Projekten auswerten und so neue Lösungswege finden.

Frau Prof. Barbara Christin - Studiengangsleitung Digital Media Marketing

Aktuelle Projekte (Wintersemester 2026/2027)

Studiengang:  BSc Bauingenieurwesen

Antragsteller:in:  Baron, Sascha, Prof. Dr.-Ing.


Videogestützte Verkehrserhebungen sind in der Verkehrsplanung seit langem etabliert. Der innovative Ansatz des Projekts liegt daher nicht in der Videoaufnahme als solcher, sondern in der KI-gestützten, lokal betriebenen und reproduzierbaren Auswertung der Videodaten. Untersucht wird, inwieweit mit offenen bzw. nachvollziehbaren KI-Verfahren Verkehrsteilnehmende als Objekte detektiert (z. B. zu Fuß gehender, Radfahrender, Pkw, Lkw usw.) und hieraus für die Verkehrsanalyse Trajektorien, Geschwindigkeiten, Abstände und potenzielle Konfliktindikatoren abgeleitet werden können.

Im WPF „KI in der Verkehrsbeobachtung“ wird hierzu ein mobiler Demonstrator für videobasierte Verkehrserhebungen aufgebaut und anschließend an einem geeigneten innerörtlichen Untersuchungsraum eingesetzt. Soweit technisch möglich, wird eine vorhandene, mastgebundene und wettergeschützte Kameraplattform weiterverwendet. Dadurch bleibt der erprobte temporäre Feldaufbau erhalten; die forschungsorientierte Weiterentwicklung konzentriert sich auf die offene Aufzeichnung, lokale Datenverarbeitung, KI-gestützte Objekterkennung, Trajektorienanalyse und kritische Validierung der Ergebnisse.

Die Fragestellung ist für kommunale Verkehrssicherheitsanalysen und verkehrsplanerische Praxisaufgaben relevant. Ziel des Projekts ist jedoch keine gutachterliche oder rechtsverbindliche Verkehrssicherheitsbewertung, sondern die forschungsorientierte Erprobung und Reflexion eines KI-gestützten Analyseansatzes in der Lehre.

 

Studiengang:  Maschinenbau - Mechatronik

Antragsteller:in:  Koziol, Janina, M.Sc.


Die geplante studentische Arbeit untersucht die Konzeption, konstruktive Auslegung und prototypische Realisierung einer Recyclinganlage für im FDM-Prozess anfallende Kunststoffabfälle. Im Mittelpunkt steht die Frage, wie typische Reststoffe aus dem 3D-Druck, insbesondere Stützstrukturen, Brims, Rafts, Fehldrucke, Anfahrmaterial und Materialreste aus Farbwechseln, so aufbereitet werden können, dass daraus wieder ein qualitativ nutzbarer Filamentwerkstoff entsteht. Das Thema verbindet damit aktuelle Herausforderungen der additiven Fertigung mit den Zielen der Kreislaufwirtschaft, der Ressourcenschonung und der technischen Wertschöpfung aus bisher meist entsorgten Materialien. Aus fachlicher Sicht ist das Vorhaben hoch relevant, da sich im FDM-Bereich zunehmend Materialverluste ergeben, die trotz ihrer prinzipiellen Rezyklierbarkeit oft nicht in einen geschlossenen Stoffkreislauf zurückgeführt werden. Eine lokale, kleinskalige Recyclinglösung kann hier einen wichtigen Beitrag leisten, um Materialkosten zu reduzieren, Entsorgungsaufwand zu vermeiden und die Nachhaltigkeit des 3D-Drucks zu erhöhen. Gleichzeitig eröffnet das Thema einen interdisziplinären Forschungsraum zwischen Werkstofftechnik, Maschinenbau, Fertigungstechnik, Messtechnik und Automatisierung. Die Bearbeitung soll daher nicht nur eine technische Einzelkomponente betrachten, sondern einen integrierten Prozess vom Abfall bis zum wieder einsetzbaren Filament abbilden. Inhaltlich steht die Entwicklung einer funktionsfähigen Gesamtanlage im Vordergrund, die aus den Prozessschritten Sammlung und Sortierung, Zerkleinerung, Reinigung und Trocknung, Extrusion, Durchmesserüberwachung sowie Aufwicklung besteht. Dabei sollen insbesondere die Verarbeitbarkeit gängiger Thermoplaste wie PLA und PETG, die Stabilität des Extrusionsprozesses und die reproduzierbare Erzeugung eines möglichst konstanten Filamentdurchmessers untersucht werden. Das Forschungsthema ist damit sowohl praxisnah als auch wissenschaftlich anschlussfähig, weil es konkrete technische Lösungsansätze mit einer systematischen Betrachtung der Randbedingungen und Qualitätsanforderungen verbindet. Die Arbeit soll zeigen, unter welchen Bedingungen sich 3D-Druck-Abfälle in einem campusnahen, prototypischen Prozess wieder zu einem hochwertigen Inputmaterial für den additiven Fertigungsprozess aufbereiten lassen. Damit leistet das Vorhaben einen Beitrag zur Weiterentwicklung nachhaltiger Produktionssysteme und bietet zugleich einen realen Anwendungsbezug für die Lehre und Forschung an der Hochschule.

Studiengang:  Maschinenbau

Antragsteller:in:  Meise, Julian (Studierender)

Betreuende:r Professor:inProf. Priv.-Doz. Dr.-Ing. habil. Peter Starke


Die quantitative Charakterisierung additiv gefertigter metallischer Werkstoffe gewinnt aufgrund der zunehmenden industriellen Anwendung additiver Fertigungsverfahren kontinuierlich an Bedeutung. Insbesondere die Bewertung prozessbedingter Defekte sowie deren Einfluss auf die resultierenden Werkstoffeigenschaften stellt einen zentralen Bestandteil aktueller Forschungsarbeiten dar.

Bei additiv gefertigten Bauteilen, insbesondere dem Laser Powder Bed Fusion (LPBF-) Verfahren, können Prozessparameter maßgeblich die Entstehung von Poren, Bindefehlern und weiteren Defekten beeinflussen. Diese Defekte wirken sich unmittelbar auf die Dichte, die Mikrostruktur und das mechanische Verhalten der gefertigten Bauteile aus. Eine quantitative Erfassung und Bewertung der Porosität ist daher entscheidend, um Zusammenhänge zwischen Fertigungsprozess und Bauteilqualität herstellen zu können.

Eine etablierte und zugleich vergleichsweise einfach anzuwendende Methode zur Bestimmung der Materialdichte stellt die Dichtemessung nach dem archimedischen Prinzip dar. Durch die experimentelle Bestimmung der Materialdichte und die anschließende Berechnung der relativen Dichte sowie des Porengehalts können der Verdichtungsgrad und die durch den Fertigungsprozess entstehenden Defekte quantitativ bewertet werden.  

Im Rahmen dieses Projekts soll untersucht werden, welchen Einfluss unterschiedliche LPBF-Prozessparameter auf die resultierende Porosität additiv gefertigter metallischer Werkstoffe besitzen und in welchem Zusammenhang die Porositätswerte mit Mikrostruktur und mechanischen Eigenschaften stehen.

Besondere Bedeutung erhält die archimedische Dichtemessung in Kombination mit weiteren werkstofftechnischen Charakterisierungsmethoden. Die Verknüpfung der Dichte- und Porositätswerte mit Ergebnissen metallographischer Untersuchungen, spezieller Features von Internal Energy Tracing Sensors (ZfP-basierte Softsensoren) sowie mechanischer Versuche ermöglicht eine umfassende Analyse des Zusammenhangs zwischen Fertigungsprozess, Defektbildung, Mikrostruktur und Werkstoffverhalten. Dadurch können die Aussagekraft der einzelnen Prüfverfahren bewertet und deren Ergebnisse miteinander korreliert werden, wodurch ein ganzheitliches Verständnis der Wechselwirkungen zwischen Fertigungsparametern und Bauteileigenschaften entsteht.

Die Methode stellt somit eine wertvolle Ergänzung bestehender werkstofftechnischer Untersuchungsverfahren dar und erweitert die experimentellen Möglichkeiten zur Bewertung additiv gefertigter Werkstoffe. Gleichzeitig bietet sie eine geeignete Grundlage für die Integration in die forschungsnahe Lehre und ermöglicht Studierenden die Bearbeitung einer realen wissenschaftlichen Fragestellung.

 

Studiengang:  FB BG, Bauingenieurwesen, Bachelor- und Masterstudiengang in Kooperation mit dem Fachbereich ALP

Antragsteller:in: Neff, Carina, Prof. Dr.-Ing.


Lehm ist einer der ältesten und zugleich nachhaltigsten Baustoffe der Menschheit: Er ist regional verfügbar, vollständig rückbaubar und weist eine sehr gute Ökobilanz auf, da er ohne Brennprozess verarbeitet werden kann. Angesichts der Notwendigkeit, den CO2-Fußabdruck der Bauindustrie deutlich zu senken, gewinnt Lehmbau daher zunehmend an Bedeutung, sowohl im Neubau als auch bei der Sanierung historischer Lehmbauten.

Ein zentrales Problem nicht stabilisierter Lehmbaustoffe ist ihre ausgeprägte Schwind- und Rissneigung während der Trocknung sowie ihre vergleichsweise geringe Zugfestigkeit. Traditionell wird diesem Problem seit Jahrhunderten mit dem Zusatz pflanzlicher Fasern wie Stroh oder Häcksel begegnet. Bambusfasern stellen hierfür eine bislang wenig erforschte, aber vielversprechende Alternative dar: Sie zeichnen sich durch hohe Zugfestigkeit und sehr schnelles Wachstum aus, weisen jedoch im Vergleich zu Bastfasern wie Flachs oder Hanf eine abweichende Faserstruktur und Oberflächenbeschaffenheit auf. Dies kann sich sowohl auf die Verarbeitbarkeit im Lehm als auch auf die Verbundwirkung mit der mineralischen Matrix auswirken.

Aufbauend auf den Erkenntnissen des im WS 2024/25 geförderten Projekts zu Naturfasern in zementgebundenen Baustoffen soll nun untersucht werden, wie sich Bambusfasern auf das Schwind-, Riss- und Festigkeitsverhalten von Lehmbaustoffen auswirken. Die Aufbereitung und faserwissenschaftliche Charakterisierung der Fasern erfolgt in Kooperation mit dem Fachbereich Angewandte Logistik- und Polymerwissenschaften (Standort Pirmasens).

Studiengang:  FB BG | Architektur + Innenarchitektur | Bachelor- und Masterstudiengang

Antragsteller:in: Al Bosta, Brigitte, Prof. Dipl.-Ing.


Zentrale Forschungsidee ist die Frage, wie traditionelle Konstruktionsprinzipien des Bambusbaus mit den Möglichkeiten von Engineered Bamboo zu präzisen, ressourcenschonenden und übertragbaren Konstruktionssystemen weiterentwickelt werden können. Ergänzend wird untersucht, wie lokal verfügbare Pflanzenmaterialien als leichte, austauschbare Verschattungs- und Bekleidungselemente in diese Systeme integriert werden können.

Bambus besitzt insbesondere in Asien eine lange Bautradition und wird überwiegend in handwerklich geprägten Konstruktionen eingesetzt. Als natürlich gewachsener Baustoff weist er jedoch Schwankungen in Geometrie und Materialeigenschaften auf, die Standardisierung, Vorfertigung und präzise Fügungen erschweren. Engineered Bamboo wird dagegen industriell zu maßhaltigen Bauteilen und Halbzeugen verarbeitet. Dadurch entstehen neue Möglichkeiten für leistungsfähige Tragwerke, standardisierte Verbindungen, serielle Vorfertigung und demontierbare Konstruktionen.

Das Forschungsinteresse liegt in der Verbindung von traditionellem Erfahrungswissen, natürlichen Materialien und moderner Fertigungstechnologie. Untersucht wird, welche Trag-, Fügungs- und Konstruktionsprinzipien traditioneller Bambusbauten weiterentwickelt und mit Engineered Bamboo zu innovativen Systemen verbunden werden können. Gleichzeitig wird geprüft, welche Funktionen Reisstroh, gebündelte Reishalme und vergleichbare Pflanzenmaterialien als Verschattungs-, Filter- und Bekleidungselemente übernehmen können.

Im Rahmen des Forschenden Lernens analysieren die Studierenden traditionelle und zeitgenössische Bambuskonstruktionen und entwickeln daraus eigene Forschungsfragen, Entwurfshypothesen und konstruktive Lösungsansätze. Sie untersuchen unterschiedliche Kombinationen von natürlich gewachsenem Bambus und Engineered Bamboo sowie modulare Elemente aus lokal verfügbaren Pflanzenmaterialien. Der physische Modellbau dient dabei als wesentliches Forschungsinstrument, um konstruktive Hypothesen maßstabsübergreifend zu überprüfen und iterativ weiterzuentwickeln.

Die entwickelten Konzepte werden anhand eines gemeinsam erarbeiteten Kriterienkatalogs verglichen (Bewertungskriterien im Detail siehe Methodik).

Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem internationalen Wissens- und Technologietransfer. Während Bambus im europäischen Bauwesen bislang nur begrenzt eingesetzt wird, eröffnen Engineered-Bamboo-Produkte neue Perspektiven für standardisierte und ressourcenschonende Bauweisen. Zugleich wird Bambus inzwischen auch in verschiedenen europäischen Ländern angebaut. Damit entstehen langfristig Potenziale für regionale Wertschöpfungsketten und die Übertragung bambusbasierter Konstruktionssysteme auf den europäischen Kontext.

Der Transfer umfasst außerdem das Prinzip, regional verfügbare Pflanzenmaterialien als konstruktiv gefasste Verschattungs- und Bekleidungselemente einzusetzen. Die in Indonesien untersuchten Anwendungen aus Reisstroh und Reishalmen werden daher mit europäischen Materialien wie Reet und Stroh verglichen. Ziel ist es, übertragbare Prinzipien für austauschbare Sonnen-, Sicht- und Witterungsschutzelemente an Fassaden, Dächern und Außenräumen abzuleiten.

Als Reallabor dient das internationale Design-Build-Projekt „Shade for Fields“ in Indonesien. Für Arbeiterinnen und Arbeiter in den Reisfeldern wird ein maximal 40 m² großer Pavillon entwickelt, der Schutz vor intensiver Sonne und Starkregen bietet und zugleich als Ort für Pausen, Begegnung und Austausch dient. Der reale Standort und die Zusammenarbeit mit lokalen Unternehmen sowie internationalen Fachleuten ermöglichen es, die entwickelten Ansätze unter konkreten klimatischen, funktionalen, materiellen und gesellschaftlichen Bedingungen zu untersuchen und bis zur baulichen Umsetzung weiterzuentwickeln.

Studiengang:  Architektur, Bachelor

Antragsteller:inCalavetta, M.Sc., Valerio, Prof.


Das Lehr- und Forschungsprojekt „Tektonische Raumfiguren“ untersucht das Verhältnis von räumlicher Konzeption, konstruktiver Logik und architektonischem Ausdruck. Ausgangspunkt ist die Frage, wie architektonische Räume nicht unabhängig von ihrer Konstruktion, sondern unmittelbar aus den Prinzipien des Fügens, Schichtens, Gießens und Lastabtragens entwickelt werden können.

Im Zentrum steht die Tektonik als verbindendes Prinzip zwischen Entwurf, Material, Tragwerk und Gestalt. Die Studierenden entwickeln zunächst aus der Analyse eines Kunstwerks eine abstrakte dreidimensionale Raumfigur. Dabei wird nicht die sichtbare Form des Kunstwerks übertragen, sondern dessen kompositorische, atmosphärische oder strukturelle Logik in eine räumliche Idee übersetzt. Diese Raumfigur bildet die Grundlage für einen vertikal organisierten architektonischen Entwurf, der im weiteren Verlauf schrittweise konstruktiv konkretisiert wird.

Das Gebäude wird in unterschiedliche tektonische Bereiche gegliedert: eine massive Basis aus einem gegossenen oder gestampften Material, einen darauf aufbauenden Bereich aus gefügtem Mauerwerk sowie ein leichtes Dachtragwerk aus stabförmigen Elementen. Untersucht wird, welche spezifischen räumlichen und gestalterischen Qualitäten aus diesen unterschiedlichen Konstruktionsprinzipien hervorgehen und wie ihre Übergänge zu einem architektonisch und konstruktiv schlüssigen Gesamtsystem ausgebildet werden können.

Das Projekt verbindet Grundlagenforschung zum architektonischen Entwerfen mit einer anwendungsbezogenen Untersuchung konstruktiver Systeme. Modelle, Zeichnungen, Materialversuche und konstruktive Detailstudien dienen dazu, die Wechselwirkungen zwischen Raumfolge, Erschließung, Licht, Blickbeziehungen, Materialität und Tragverhalten sichtbar zu machen.

Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie konstruktive Gesetzmäßigkeiten bereits in frühen Entwurfsphasen als produktive Gestaltungsmittel eingesetzt werden können. Gleichzeitig wird untersucht, wie analoge Entwurfs- und Modellbauprozesse zu einem vertieften Verständnis von Raum, Konstruktion und Material beitragen und wie sich diese Erkenntnisse in der architektonischen Lehre vermitteln, dokumentieren und öffentlich präsentieren lassen.

Studiengang:  Angewandte Pharmazie

Antragsteller:inSteinbach, Anke, Dr.


Im folgenden Projekt sollen Studierende an ein innovatives und forschungsnahes problemorientiertes Lernen am Beispiel von Dermatika herangeführt werden. Eine Vielzahl neuer kosmetischer und auch dermopharmazeutischer Inhaltsstoffe zur Behandlung von Hauterkrankungen wie Neurodermitis oder Psoriasis zeichnet sich zwar durch eine hohe Potenz aus; jedoch weisen einige Inahltsstoffe, darunter Naturstoffe und Naturstoffextrakte gleichzeitig eine geringe Löslichkeit oder ein sehr geringes Permeationsvermögen durch die menschliche Haut auf, was deren Einsatz limitert. Ein wesentliches Ziel des Projekts ist es daher, innovative Formulierungsstrategien für schwer permeable Inhaltsstoffe nicht nur wie bisher theoretisch zu behandeln, sondern dieses Know-how in der praktischen Durchführung am Beispiel der Formulierungsentwicklung einer Nano-/Mikroemulsion und Einarbeitung in halbfeste Zubereitungen dauerhaft in der Lehre zu verankern. Mikro-/Nanoemulsionen bestehen aus zwei nicht miteinander mischbaren Phasen (ölige und wässrige Phase), die unter Einwirkung hoher Scherkräfte und dem Zusatz von Emulgatoren und Co-Emulgatoren eine Phase in Tröpfchenform in einer Größe von d= 10-200 nm hergestellt wird, was zu einer Vergrößerung des Oberfläche / Masse-Verhältnisses und zu einer verbesserten Adhäsion an Oberflächen / Biomembranen führten kann, wodurch die Permeation durch die Haut verbessert werden kann. Für in Nanoemulsion formulierte Stoffe wurden beispielsweise auch eine erhöhte chemische und physikalische Stabilität gezeigt. Die eingesetzten Stabilisatoren setzen die Grenzflächenspannung herab und stabilisieren über verschiedene Mechanismen (elektrostatisch (z.B. ionische Tenside) oder durch sterische Abschirmung). Die im Rahmen des Praktikums eingesetzten Stabilisatoren sollen „grüne“ Tenside darstellen, die biokompartibel unter Beachtung des toxikologischen Profils für Mensch und Umwelt und in möglichst niedriger Konzentration einsetzbar sein. Hier sind bereits Phospholipide zur Stabilisierung von Lipidemulsionen, Saponine aus pflanzlichen Quellen und Polysaccharide beschrieben. Die selbst hergestellten Formulieren sollen in einem weiteren Schritt am Schweineohr als Hautmodell mit Hilfe von Hautsonden biophysikalisch charakterisiert werden.

 

Studiengang:  Bachelorstudiengang Virtual Design, Fachbereich Bauen und Gestalten; geöffnet für die drei weiteren Studiengänge des Fachbereichs (Architektur, Innenarchitektur, Bauingenieurwesen)

Antragsteller:inRummer, Joel, B.A.


Untersuchung des Übergangs digitaler 3D-Modelle in physische, gedruckte Objekte und deren anschließende digitale Erweiterung durch Projection Mapping. Im Fokus steht, wie Geometrie, Oberflächenbeschaffenheit und Materialwahl eines gedruckten Objekts die Qualität einer Projektion beeinflussen – und wie Projektionen umgekehrt die Wahrnehmung von Material und Raum verändern.

 

Studiengang:  Architektur, Innenarchitektur

Antragsteller:inHöfler, Anja, Dipl.-Ing.


Landwirtschaftliche Reststoffe stellen eine bislang nur teilweise genutzte Ressource für die Entwicklung nachhaltiger Baustoffe dar. Durch die stoffliche Nutzung biobasierter Nebenprodukte können regionale Materialkreisläufe geschlossen, Abfälle vermieden und neue ressourceneffiziente Baustoffsysteme entwickelt werden. Insbesondere Reststoffe aus der Reis- und Getreideproduktion besitzen aufgrund ihrer chemischen und mineralischen Bestandteile ein hohes Potenzial als funktionale Zuschlagstoffe in biobasierten Baustoffen.

Ziel ist es, den Einfluss unterschiedlicher agrarischer Zuschlagstoffe auf die Eigenschaften ungebrannter Lehmbaustoffe systematisch zu untersuchen und deren Potenzial zur Entwicklung leistungsfähigerer und ressourceneffizienter Baustoffe zu bewerten. Dabei wird Lehm als mineralische Baustoffmatrix betrachtet, deren Eigenschaften durch die gezielte Integration biogener Reststoffe verändert und verbessert werden sollen.

Den Ausgangspunkt bilden Reststoffe aus der Reisproduktion, insbesondere Reisspelzen, Reisspelzenasche und Reiswasser. Die Verwendung dieser Materialien als Zuschlagstoffe in ungebrannten Lehmbaustoffen ist in verschiedenen Regionen Asiens historisch dokumentiert und basiert auf langjähriger praktischer Erfahrung. Traditionell werden diese Materialien eingesetzt, um Eigenschaften wie Festigkeit, Dauerhaftigkeit und das Feuchteverhalten von Lehmbaustoffen positiv zu beeinflussen. Diese Erfahrungswerte sollen im Rahmen des Forschungsvorhabens durch wissenschaftliche Untersuchungen unter kontrollierten Laborbedingungen überprüft und hinsichtlich ihrer materialtechnischen Wirkung bewertet werden.

Ergänzend werden europäische Agrarreststoffe, insbesondere Spelzen und Aschen verschiedener Getreidearten wie Weizen, untersucht. Ziel ist es, vergleichbare oder ergänzende biobasierte Zuschlagstoffe zu identifizieren, die regional verfügbar sind und zur Entwicklung standortangepasster Baustoffkonzepte beitragen können.

Die Untersuchungen erfolgen im Rahmen eines interdisziplinären Wahlfachs, in dem Studierende verschiedene Materialrezepturen entwickeln, Prüfkörper herstellen und deren mechanische sowie bauphysikalische Eigenschaften analysieren. Dabei werden unterschiedliche Herstellungsverfahren wie Stampflehm unter definierten Verdichtungsbedingungen sowie gegossene Formkörper verglichen.

Das Forschungsvorhaben verbindet traditionelles Wissen über die Nutzung agrarischer Reststoffe mit modernen Materialprüfverfahren und leistet einen Beitrag zur Entwicklung innovativer biobasierter Baustoffsysteme. Gleichzeitig eröffnet die hochwertige stoffliche Nutzung landwirtschaftlicher Nebenprodukte neue Perspektiven für eine ressourcenschonende Kreislaufwirtschaft und nachhaltige Bauweisen.

Studiengang:  Virtual Design

Antragsteller:inLutz, Lea (Studierende)

Betreuende:r Professor:inPfaff, Matthias, Prof. Dipl.-Ing. (FH)


Untersuchung aktueller State-of-the-Art-Methoden und Workflows der digitalen Charakterentwicklung. Im Fokus stehen professionelle Gestaltungsprozesse aus der Games-, Film- und Visualisierungsbranche sowie deren Übertragbarkeit auf Lehre und Projektarbeit im Studiengang Virtual Design. Ein wesentlicher Bestandteil dieser Pipelines ist das digitale Sculpting, das die Grundlage für die Entwicklung hochwertiger Charaktere bildet. Hierfür werden etablierte State-of-the-Art-Softwarelösungen untersucht und hinsichtlich ihrer Eignung innerhalb des gesamten Entwicklungsprozesses bewertet. Ergänzend werden KI-gestützte Werkzeuge zur Ideenfindung und Konzeptentwicklung hinsichtlich ihres praktischen Mehrwerts innerhalb der Designpipeline untersucht.

Studiengang:  Innenarchitektur

Antragsteller:inHartl, Benedikt, Prof. Dipl.-Ing.


Kaiserslautern Tapes untersucht die Zukunft der Architektur und des Raums durch ein öffentliches Gesprächsformat mit international renommierten Architekt, Künstler, Wissenschaftler und Theoretiker. Das Projekt knüpft an die Charlottesville Tapes an, versteht sich jedoch als zeitgenössische Weiterentwicklung dieses Formats. Im Mittelpunkt steht die kritische Reflexion der eigenen Profession vor dem Hintergrund aktueller gesellschaftlicher, technologischer und ökologischer Transformationsprozesse. Welche Aufgaben hat Architektur in Zeiten von Klimawandel, Künstlicher Intelligenz, Ressourcenknappheit und gesellschaftlichem Wandel? Welche neuen Rollen können Architekt einnehmen? Und wie verändert sich der Begriff des Raums im 21. Jahrhundert?

Die Gespräche bilden die Grundlage eines gemeinsamen Forschungsprozesses, der unterschiedliche Zukunftspositionen dokumentiert, vergleicht und analysiert.

Studiengang:  Architektur

Antragsteller:inWirtz, Sabrina, Prof. Dipl.-Ing.


Aufbauend auf den Erkenntnissen aus den vorangegangenen Projektphasen GOLDEN CORN, GOLDEN MIND, GOLDEN IDEAS und GOLDEN HOUSE untersuchen Studierende im Projekt GOLDEN AGE, wie ein bereits realisiertes studentisches Selbstbauprojekt mit biobasierten Baustoffen in geeigneter digitaler Form und analog vor Ort dokumentiert, ausgewertet und vermittelt werden kann. Im Zentrum steht die Frage, wie sich die konstruktiven, räumlichen, atmosphärischen und sozialen Qualitäten des gebauten Projekts GOLDEN HOUSE so erfassen und aufbereiten lassen, dass daraus ein übertragbarer Beitrag für Forschung, Lehre und Öffentlichkeit entsteht.

Der Bausektor ist einer der größten Ressourcenverbraucher weltweit; entsprechend gewinnen nachwachsende, regionale und kreislauffähige Baustoffe in Forschung und Lehre zunehmend an Bedeutung. Auch an der Hochschule Kaiserslautern wird die Frage verfolgt, wie nachhaltige Bauweisen nicht nur technisch erprobt, sondern auch architektonisch vermittelt, gesellschaftlich sichtbar gemacht und in neue Lehrformate überführt werden können.

Mit GOLDEN HOUSE liegt inzwischen ein realisiertes 1:1-Projekt vor, das aus der Forschung, der Entwurfsarbeit und der studentischen Baupraxis hervorgegangen ist. Daran anschließend richtet GOLDEN AGE den Fokus auf die professionelle Dokumentation dieses gebauten Ergebnisses, um den Prozess, die Materiallogik, die räumliche Erfahrung, die Nutzung sowie die öffentliche Wirksamkeit des Projekts systematisch zu erfassen.

Die Dokumentation wird als Teil architektonischer Forschung verstanden. Sie dient nicht nur der Sicherung und Vermittlung eines bereits realisierten Projekts, sondern auch der Frage, wie studentische Design-Build-Projekte methodisch dokumentiert und für künftige Lehr- und Forschungskontexte fruchtbar gemacht werden können.

Studiengang:  Innenarchitektur

Antragsteller:inKeßler, Arne, Prof. M.Sc.


Das Projekt untersucht die Potenziale innenarchitektonischer Entwurfsstrategien im öffentlichen Raum. Ausgangspunkt ist die Auseinandersetzung mit dem internationalen Architektur- und Designfestival Concéntrico in Logroño (Spanien), das durch temporäre Installationen bestehende Stadträume neu erfahrbar macht und alternative Nutzungen ermöglicht.

Im Rahmen des Forschenden Lernens untersuchen Studentinnen des Studiengangs Innenarchitektur ausgewählte Orte in Kaiserslautern, die aus unterschiedlichen Perspektiven als problematisch oder entwicklungsbedürftig wahrgenommen werden können. Dazu zählen beispielsweise stadträumliche Defizite, verkehrliche Belastungen, fehlende Aufenthaltsqualität oder ungenutzte räumliche Potenziale.

Die zentrale Forschungsfrage lautet:

Wie können innenarchitektonische Strategien und temporäre räumliche Interventionen eingesetzt werden, um problematische Orte in Kaiserslautern neu wahrzunehmen, aufzuwerten und neue Formen der Aneignung und Nutzung zu ermöglichen?

Dabei wird untersucht, wie Methoden des innenarchitektonischen Entwerfens – insbesondere die Auseinandersetzung mit Raum, Atmosphäre, Material, Maßstab und Nutzung – auf den öffentlichen Raum übertragen werden können.

Das Projekt versteht temporäre Architektur als experimentelles Werkzeug, um bestehende Orte neu zu interpretieren und mögliche zukünftige Entwicklungen sichtbar zu machen. Die Ergebnisse können unterschiedliche Formen annehmen: temporäre Installationen, räumliche Objekte, Stadtmöblierungen oder andere architektonische Interventionen.

Das Projekt verbindet innenarchitektonische Forschung, Stadtraumanalyse und experimentellen Entwurf und untersucht, welchen Beitrag Innenarchitektur zur Wahrnehmung und Transformation urbaner Räume leisten kann.

Projekte aus dem Sommersemester 26

Studiengang:  Architektur 

Antragsteller:in:  Prof. Valerio Calavetta, M.Sc.


Das Forschungsvorhaben untersucht, wie angesichts von Wohnraummangel und begrenztem Bodenangebot durch die architektonische Überbauung einer bestehenden Brückenkonstruktion neuer,
sozial gerechter und anpassungsfähiger Wohnraum geschaffen werden kann. Im Mittelpunkt stehen flexible, zusammenschaltbare Wohnformen, die sich an unterschiedliche Lebenslagen anpassen lassen und durch gemeinschaftliche sowie öffentliche Nutzungen ergänzt werden.

 

Studiengang:  Bauingenieurwesen [Master]

Antragsteller:in:  Prof. Dr.-Ing. Carina Neff


Aufbauend auf dem erfolgreichen ersten Durchlauf des Projekts im WS25/26, in dem Studierende verschiedene Pilzarten (Reishi, Schmetterlingstramete, Austernseitling) und lignocellulosehaltige Substrate (Sägespäne, Karton, Holzreste, Naturfasern, Textilien, Kaffeesatz) erfolgreich kombinieren konnten, wird auf ausdrücklichen Wunsch der Studierenden das Vorhaben in einer zweiten Phase im Sommersemester 2026 vertieft.

Während in Phase 1 die Machbarkeit und das grundsätzliche Wachstum von Myzel in verschiedenen Materialkombinationen im Vordergrund stand, wird sich die Weiterführung im SS26 auf Materialoptimierung, Prozessstabilität und Anwendungsperspektiven konzentrieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Potenzial myzelbasierter Materialien als nachhaltige Wärmedämmstoffe, da erste Ergebnisse auf eine vielversprechende Kombination aus Porosität, Leichtbau und natürlicher Strukturstabilität hindeuten.

Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse systematisch auszubauen und gestalterisch wie technisch belastbare Prototypen myzelbasierter Bauelemente zu entwickeln. Dazu wird auf Erfahrungen des Wahlpflichtfachs im Vorsemester aufgebaut, sodass nun entscheidende Prozesse bereits optimiert sind (Myzelwachstum, Substrate, Kultivierungsparameter, Vorgehen) und sich vertieft mit der konkreten Anwendung der Myzelkomposite auseinander gesetzt werden kann.

Studiengang:  Architektur, Innenarchitektur

Antragsteller:in:  Prof. Dipl.-Ing. Brigitte Al Bosta


Myzelium, das feine, wurzelartige Geflecht von Pilzen, gewinnt als nachhaltiger Werkstoff im Design- und Architekturbereich zunehmend an Bedeutung. In der Bauindustrie wird es bislang überwiegend in standardisierten Formaten wie Platten oder Blöcken eingesetzt. Über die gezielte Nutzung von Myzelium als formbares, wachsendes Material für die architektonische Modellbildung gibt es hingegen kaum Erkenntnisse. Durch die Verbindung von Materialforschung, experimenteller Biotechnologie und architektonischer Formfindung sollen die Potenziale des Materials für den Modellbau systematisch untersucht werden.

Ziel des Projekts ist die Untersuchung von Myzel als aktiven, formgebenden Gestaltungsparameter im Architekturmodellbau. In praxisorientierten Experimenten werden verschiedene organische Abfallstoffe (z. B. Sägespäne, Hanfschäben, Stroh, Naturfasern, Textilien und Kaffeesatz) getestet, um ihren Einfluss auf das Wachstum, die Dichte und die Formbarkeit des Myzels zu ermitteln. Parallel dazu werden Verfahren der Formgebung wie 3D-gedruckte Negativformen, modulare Gussformen und hybride Materialkombinationen erprobt und systematisch dokumentiert. 

Ergänzend kommen Holz, Lehm oder Naturstein als eigenständige formgebende Materialien zum Einsatz, die im Modellbau geschichtet, kombiniert oder separat verwendet werden können. Es entstehen myzelbasierte Modelle wie kleine Häuser oder Volumenstudien, die auf ökologischen Baustoffen anwachsen, sich mit ihnen verbinden und dadurch neuartige, hybride Modellstrukturen aus natürlichem Wachstum hervorbringen.

Der architektonische Modellbau bildet den Anwendungsrahmen des Projekts. Hier eröffnen sich vielfältige experimentelle Einsatzfelder: Fassaden- und Volumenstudien, strukturierte Texturmodelle sowie topografische Landschaftsmodelle. Die besondere Relevanz liegt dabei nicht allein im Ergebnis, sondern im Prozess: Myzelium ist kein statisches Material - es wächst, verbindet, verdichtet und transformiert sich. 

Das Forschungsvorhaben verfolgt damit mehrere zentrale Fragestellungen:

  • Wie lässt sich ein lebender, wachsender Werkstoff gezielt gestalten?
  • Welche formgebenden Potenziale bietet Myzelium jenseits traditioneller Platten- und Blockformate?
  • Welche Modellbauanwendungen sind aufgrund von Leichtigkeit, Porosität, Stabilität oder Transluzenz besonders vielversprechend?
  • Wie wirken Myzelium, Holz, Lehm oder Naturstein im kombinierten Modellbau zusammen - konstruktiv, gestalterisch und im Hinblick auf Materialkreisläufe?
  • Wie kann Myzelium als Bestandteil nachhaltiger Materialkreisläufe im architektonischen Entwurfsprozess verankert werden?

 

Studiengang:  Architektur

Antragsteller:in: Prof. Dr.-Ing. Philipp Lionel Molte


Das beantragte Projekt untersucht die thermische Wirksamkeit klimagerechter Maßnahmen im urbanen Raum anhand vergleichender Messungen und Analysen realer Stadträume. Aufbauend auf einer im Vorjahr erfolgreich durchgeführten Lehrveranstaltung sollen städtische Situationen mit unterschiedlichem Grad an Versiegelung, Begrünung und Wasseranteil systematisch erfasst, gemessen und wissenschaftlich ausgewertet werden.

Im Fokus stehen Maßnahmen wie Fassadenbegrünung, begrünte Straßenräume, Einzelbäume, Strauchflächen, entsiegelte Oberflächen sowie Wasserflächen und deren Einfluss auf Oberflächentemperaturen, Strahlungsbelastung und wahrgenommene Aufenthaltsqualität. Ziel ist es, diese Effekte quantifizierbar und vergleichbar zu machen und damit eine fundierte Grundlage für klimagerechte Entwurfs- und Städtebauentscheidungen zu schaffen.

Das Projekt verbindet stadtklimatische Fragestellungen mit architektonischer Analyse und stellt den Zusammenhang zwischen Materialität, Vegetation, Mikroklima und Nutzung in den Mittelpunkt. Die Studierenden entwickeln eigenständige Forschungsfragen, z. B. zur Wirksamkeit einzelner Maßnahmen oder zur Übertragbarkeit von Ergebnissen auf andere urbane Kontexte. Optional ist eine vergleichende Exkursion nach Paris vorgesehen, um unterschiedliche städtebauliche Typologien und Klimaanpassungsstrategien international zu vergleichen.

Studiengang:  Maschinenbau, Mechatronik, Wirtschaftsinformatik, Energieeffiziente Elektrosysteme

Antragsteller:in: Rico Schanzenbach (Studierender)

Betreuende:r Professor:inProf. Priv.-Doz. Dr.-Ing. habil. Peter Starke


Die Nutzung synergetischer Effekte der Werkstofftechnik und elektrotechnischer Systeme gewinnt zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Optimierung bestehender Prüfsysteme als auch die Entwicklung neuer Prüfmethoden stehen hierbei im Fokus aktueller Forschungsarbeiten.

Beispielhaft kann für die Optimierung bestehender Prüfsysteme die Implementierung einer automatisierten Spannzeugtemperierung aufgeführt werden. Diese temperiert die Spannzeuge gezielt und reduziert maschinenbedingte Temperatureinflüsse, wodurch unerwünschte Temperaturgradienten entlang der Prüfstrecke reduziert und die Vergleichbarkeit, sowie die Auflösung der Ergebnisse unter definierten thermischen Randbedingungen verbessert werden kann.

Besondere Relevanz erlangen elektrotechnische Systeme in der zerstörungsfreien Prüfung, welche begleitend zur zerstörenden Prüfung eingesetzt werden. Dadurch können während des Versuchs relevante Informationen zum Schädigungsverhalten des Werkstoffs erfasst werden. Dies lässt sich beispielsweise durch die kontinuierliche Messung des elektrischen Widerstands oder den Einsatz von (Soft-)Sensoren realisieren. Ebenfalls ermöglicht der Einsatz elektrotechnischer Systeme die synchrone Aufnahme von Messdaten unterschiedlicher Prüfverfahren innerhalb eines Versuches. Somit ist es möglich das Messdaten zerstörender und zerstörungsfreier Prüfverfahren oder von mehreren zerstörungsfreien Prüfverfahren miteinander kombiniert werden können. Die Kombination mehrerer Prüfverfahren ermöglicht neue innovative Ansätze zur Interpretation der Messergebnisse und ermöglicht eine präzisere und umfassendere Bewertung des Werkstoff- und Schädigungsverhaltens.

Insgesamt leisten elektrotechnische Systeme einen entscheidenden Beitrag zu einer modernen, mehrdimensionalen Werkstoffprüfung und ermöglichen tiefgreifende Einblicke in das Werkstoff- und Schädigungsverhalten.

Studiengang:  Bauingenieurwesen

Antragsteller:inDr. rer. nat. Patrick Jung


Der Naturnahe Wasserbau erfordert neben konstruktiven Aspekten ein fundiertes Verständnis von Gewässerökologie, Indikatorsystemen und Monitoring-Ansätzen. Der prüfungsrelevante Praxisblock der Vorlesung „Naturnaher Wasserbau“, die von Dr. Katharina Bensing und Dr. Patrick Jung anteilig als Vertretungsprofessoren durchgeführt wird, soll im Sommersemester 2026 gezielt ausgebaut und finanziell abgesichert werden.

Kern des Vorhabens ist eine praxisorientierte Exkursion an ein Stillgewässer in der näheren Umgebung, bei der Studierende Wasserproben mit einem Planktonnetz gewinnen und auf Basis der Phytoplankton-Zusammensetzung Rückschlüsse auf die Wassergüte ziehen. Ergänzend wird ein moderner molekularer Lehrbaustein integriert: Anhand vorbereiteter Algenisolate (Grünalgen und Cyanobakterien) führen die Studierenden DNA-basierte Bestimmungen durch und leiten aus der taxonomischen Identität bzw. ökologischen Präferenz der Organismen ab, ob es sich um Süßwasser- oder Salzwasser-assoziierte Taxa handelt. Damit wird eine Brücke zwischen klassischer Gewässerbioindikation und zeitgemäßen DNA-Methoden geschlagen.

 

Studiengang:  Maschinenbau, Energieeffiziente Systeme, Mechatronik, Wirtschaftsinformatik [Bachelor]  ||  Maschinenbau / Mechatronik [Master]

Antragsteller:inEdgar Hoffmann (Studierender)

Betreuende:r Professor:inProf. Priv.-Doz. Dr.-Ing. habil. Peter Starke


Einfluss von Wärmebehandlungsstrategien auf Mikrostruktur, Eigenspannungsverteilung und Ermüdungsverhalten von mittels LPBF-Verfahren gefertigter metallischer Proben

 

Studiengang:  Architektur [Bachelor]

Antragsteller:inProf. Dipl.-Ing. Marcus Kopper


Vor dem Hintergrund der rasanten Stadtentwicklungsprozesse in Albanien – maßgeblich befördert durch den dynamischen Aufschwung des Tourismussektors – rücken zunehmend großmaßstäbliche Neubauprojekte in den Fokus von Planung, Investition und öffentlicher Aufmerksamkeit. Parallel dazu geraten jedoch jene baulichen und räumlichen Strukturen aus dem Blick, die abseits aktueller Kapital- und Entwicklungsströme liegen.

Das seminaristisch aufgebaute Wahlfach setzt hier bewusst an und richtet seinen Fokus auf den vorhandenen Gebäudebestand. Im Zentrum stehen Orte und Gebäude, die weitgehend aus dem öffentlichen und architektonischen Bewusstsein verschwunden sind. Dazu zählen insbesondere Bauwerke und Standorte aus der kommunistischen Zeit, die infolge der Marktliberalisierung sowie der Stilllegung von Produktionsstätten einen tiefgreifenden Funktions- und Bedeutungswandel erfahren haben.

Anhand eines konkreten Fallbeispiels in Shkodra (Albanien) soll untersucht werden, wie bestehende, derzeit ungenutzte Gebäude durch adaptive Wieder- und Umnutzung reaktiviert und in zeitgemäße Nutzungskreisläufe überführt werden können. Ziel ist eine systematische Analyse der Bestandsstruktur sowie ihres räumlichen, städtebaulichen und gesellschaftlichen Kontexts unter baukonstruktiven, typologischen und städtebaulichen Gesichtspunkten. Auf dieser Grundlage werden Nutzungskonzepte sowie architektonische Transformationsstrategien entwickelt.

Albanien eignet sich als Untersuchungsraum in besonderer Weise aufgrund:

  • äußerst dynamischer und teils ungesteuerter Stadtentwicklungsprozesse
  • eines lebendigen sozio-kulturellen Umfelds sowie einer zunehmenden Positionierung als Architektur-Hotspot auf europäischer Ebene
  • der perspektivischen Annäherung an die Europäische Union und der damit verbundenen gesellschaftlichen und räumlichen Transformationsprozesse
  • der Möglichkeit, mediterrane klimatische Bedingungen und daraus resultierende Bautraditionen zu untersuchen – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und der wachsenden Relevanz klimaadaptiver Bauweisen auch im mitteleuropäischen Kontext

 

Studiengang:  Architektur

Antragsteller:inProf. Dipl.-Ing. Architektin BDA Sabrina Wirtz


Aufbauend auf den Erkenntnissen aus Golden Corn untersuchen Studierende in Projekt GOLDEN HOUSE, wie Stroh als nachhaltiger Baustoff architektonisch gestaltet und vermittelt werden kann, um die Akzeptanz für das Bauen mit Stroh und biobasierten Baustoffen in der Gesellschaft zu stärken.

Wie können architektonische Entwurfsstrategien im Bauen mit Stroh entwickelt und kommuniziert werden, um die gesellschaftliche Akzeptanz für Stroh als Baustoff zu erhöhen und so einen wichtigen Beitrag zur Bauwende leisten?

Der Bausektor ist einer der größten Ressourcenverbraucher weltweit. Deshalb arbeiten Industrie und Wissenschaft verstärkt an Lösungen, um diesen immensen Bedarf zu reduzieren. Auch die Hochschule Kaiserslautern forscht (u.a. im Institut für Nachhaltigkeit) disziplinübergreifend zu der Fragestellung, wie die Baubranche nachhaltiger werden kann.

Es geht dabei schwerpunktmäßig um die Frage, wie verstärkt nachwachsende und regional erzeugte Werkstoffe im Bauwesen eingesetzt werden können. Zu den nachwachsenden Rohstoffen, die für nachhaltiges Bauen in Deutschland eingesetzt werden können, gehören insbesondere die Materialien Holz, Lehm, Hanf und Stroh. Während Holz bereits eine etablierte Bauweise darstellt und der Lehmbau zunehmend in den Fokus des fachlichen und öffentlichen Diskurses rückt, gilt es im Hinblick auf die Verwendung von Stroh für tragende und nichttragende Bauteile noch Herausforderungen zu bewältigen.

In aktuellen Forschungsvorhaben an der Hochschule Biberach, der Bauhaus-Universität Weimar und Hochschule Magdeburg-Stendal untersuchen Forschungsgruppen im Bereich Bauingenieurwesen das Verhalten von Stroh in tragenden und nichttragenden Bauteilen in Bezug auf Tragfähigkeit, Verformung, Bauphysik und Normung/Zulassung, um Bauen wieder in umweltverträgliche Grenzen zu führen. Dabei geht es insbesondere um die Reduktion von CO2-Emissionen und Abfallmengen.

Neben den materialspezifischen Fragestellungen bedarf es auch Antworten auf die Vorbehalte, auf die Bauen mit Stroh in der Baubranche und gesellschaftlich stößt. Um Stroh mittelfristig als echte Alternative zu den herkömmlichen Werkstoffen etablieren zu können, braucht es eine Kommunikationsstrategie, die zur Nachahmung anregt.

Diese Kommunikationsaufgabe kann Architektur übernehmen. An dieser Stelle setzt das semesterübergreifende Modul "GOLDEN House – Bauen mit Stroh" im Studiengang Architektur des Fachbereiches Bauen und Gestalten an der Hochschule Kaiserslautern an.

Ziel ist es, den besonderen Materialeigenschaften von Stroh mit spezifischen architektonischen Entwurfs- und Konstruktionsprinzipien zu begegnen. Dies erfolgt in einem architektonischen Ausdruck, der die Baukultur der Region fortschreibt, eine regionale Handwerklichkeit mit den Mitteln der Digitalisierung in Planung und Fertigung kombiniert und v.a. Vorhabentragende der Region und darüber hinaus anregt, mit Stroh zu bauen.

 

Studiengang:  Architektur, Innenarchitektur

Antragsteller:inDipl.-Ing. (FH) Jochen Sinnwell


Das Projekt Sculpting Sustainability erforscht nachhaltige Alternativen zu konventionellen Abform- und Formgebungsmaterialien wie Gips, Beton und Silikon. Im Zentrum stehen biobasierte Stoffe wie Myzelium, Alginat, Hanfbeton, Agrarabfälle und Bioharze. Untersucht werden ihre gestalterischen Potenziale, haptischen Qualitäten sowie ihre ökologische Wirkung im Vergleich zu etablierten Materialien.

Im Projekt entstehen experimentelle Prototypen in unterschiedlichen Maßstäben, Formen und Oberflächen, die sowohl Abformprozesse als auch freie skulpturale Formgebung einbeziehen. Geprüft werden die materialtechnischen Eigenschaften der Stoffe unter praxisnahen Bedingungen. Die Ergebnisse werden systematisch in einer frei zugänglichen Materialdatenbank dokumentiert. Diese enthält Rezepturen, Verarbeitungshinweise, ökologische Kennwerte sowie 3D-Dokumentationen der Prototypen.

Eine abschließende Ausstellung präsentiert die entwickelten Materialien in anwendungsnahen räumlichen Szenarien und macht die Forschung für ein breites Fach- und Laienpublikum sinnlich erfahrbar.

Studiengang:  Digital Engineering, Elektrotechnik, Mechatronik

Antragsteller:inOsamah Abdulhakim Dael Shamsan (Studierender)

Betreuende:r Professor:inProf. Dr.-Ing. Steffen Schütz


Die Weiterentwicklung autonomer Fahrsysteme erfordert eine enge Zusammenarbeit von Sensorik, Regelungstechnik und eingebetteten Systemen. Neben der reinen Geschwindigkeitsregelung und Hinderniserkennung spielt die kamerabasierte Wahrnehmung eine immer wichtigere Rolle, da sie eine detaillierte Erfassung der Umgebung ermöglicht und damit grundlegende Entscheidungen im Fahrbetrieb unterstützt. In dem beantragten Projekt soll auf den im Vorjahr entwickelten Hard- und Softwarelösungen aufgebaut werden. Das bestehende System wird gezielt um ein Kameramodul erweitert. Dadurch erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich mit deutlich komplexeren Aufgaben des autonomen Fahrens auseinanderzusetzen. Die Ausgangsszenarien orientieren sich an realen regionalen und internationalen Studierendenwettbewerben. Dazu gehören vergleichbare Regeln, Streckenlayouts, Fahrzeugplattformen sowie ähnliche Sensor- und Hardwarekomponenten. Die Ergebnisse der Studierenden werden mit den Leistungen von Wettbewerbsteams verglichen. Dieser Vergleich soll die Motivation steigern und die Studierenden zur Teilnahme an solchen Wettbewerben ermutigen. Das Projekt verbindet praxisnahe Ausbildung mit forschungsorientiertem Arbeiten und stärkt die interdisziplinären Kompetenzen in den Bereichen Embedded Systems, Bildverarbeitung und Automatisierungstechnik.

Studiengang:  Architektur, Innenarchitektur

Antragsteller:inNils Fischer, M.A.

Betreuende:r Professor:inProf. Dipl.-Ing. Benedikt Hartl


Zirkularität und Re-Use gewinnen vor dem Hintergrund der hohen Abfallmengen und des Ressourcenverbrauchs im Bauwesen erheblich an Bedeutung. Der Bau- und Abbruchsektor zählt zu den abfallintensivsten Bereichen: In Deutschland entfielen im Jahr 2022 rund 208 Millionen Tonnen auf Bauabfälle, was etwa 61 % des gesamten Abfallaufkommens entspricht (Umweltbundesamt 2024). Auch international wird Bau- und Abbruchabfall als einer der größten Abfallströme beschrieben und macht etwa 30 % der weltweit anfallenden festen Abfälle aus (UNEP 2020). Vor diesem Hintergrund stellen zirkuläre Strategien und insbesondere die Wiederverwendung von Materialien einen zentralen Ansatz dar, um Abfallmengen zu reduzieren, Primärressourcen zu schonen und ökologische Belastungen im Bau- und Gestaltungsbereich nachhaltig zu verringern.

Die genannten Herausforderungen werden im angestrebten Projekt behandelt, dessen Kern in der Auseinandersetzung mit den Re-Use-Potenzialen von Modellbau- und Baumaterialien sowie von ausgedienten Holz- und Möbelbauteilen an der Hochschule Kaiserslautern und dessen Umgebung liegt. Im Fokus steht die Frage, wie vorhandene materielle Ressourcen im Hochschulkontext identifiziert, erschlossen und für Lehre und Entwurf erneut nutzbar gemacht werden können. Dabei werden unterschiedliche Möglichkeiten der Sammlung, Dokumentation und Organisation von Materialien ebenso untersucht wie geeignete analoge und digitale Strukturen zur langfristigen Nutzung, etwa Materialarchive oder Bauteilbörsen. Ein weiterer Aspekt des Forschungsthemas ist die konzeptionelle und bauliche Entwicklung einer Materialsammlung, die selbst aus wiederverwendeten Materialien besteht. Ergänzend wird betrachtet, wie sich der Einsatz von Re-Use-Materialien auf Entwurfs- und Planungsprozesse in Architektur und Innenarchitektur auswirkt und welche neuen Arbeitsweisen, gestalterischen Strategien und Haltungen daraus entstehen können.

Das Vorhaben schließt inhaltlich und zeitlich an die aktuell an der Hochschule stattfindende Vortragsreihe „Re:Think“ an und überführt deren theoretische Impulse in ein nachhaltiges Lehr-, Praxis- und Forschungsformat.

Fördervoraussetzungen

  • Die Projekte können in die Wahlpflichtveranstaltung eines Bachelor- oder Masterstudiengangs integriert oder zusätzlich zum Curriculum angeboten werden.
  • Die Beantragung der Mittel kann durch Studierende, Promovierende, Professor: innen und Lehrende erfolgen; Mentor: innen sollen die Projekte fachlich begleiten.
  • Das Antragsformular wird bis zum bekanntgegebenen Stichtag im Campusboard unter der Rubrik "Wettbewerbe" eingereicht.
  • Details finden Sie im Informationsblatt (s.o.).

Förderung

Aus Landesmitteln des Landes Rheinland-Pfalz hat die Hochschule Kaiserslautern einen eigenen Fördertopf (Fond) initialisiert. Aus diesem Fond können pro Semester forschungsnahe Lehrangebote mit einem Budget für Sachmittel mit bis zu 3.000 € (in der Regel) gefördert werden.

Die Ausschreibung startet jeweils zum Semesterbeginn, zur objektiven Bewertung der Anträge und somit zur Qualitätssicherung der Projekte wurde unter anderem eine Arbeitsgruppe „Forschendes Lernen“ an der Hochschule etabliert.