Forschendes Lernen an der Hochschule Kaiserslautern
Antrag
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Was ist Forschendes Lernen?
Das Forschende Lernen ist eine aktivierende Lernmethode, mit der Studierende ihren Wissenserwerb selbstständig organisieren und Fähigkeiten entwickeln mit komplexen Situationen umzugehen. Studierende gestalten, erfahren und reflektieren den Prozess eines Forschungsvorhabens in seinen wesentlichen Phasen.
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Kompetenzerwerb für Studierende
- Vertiefte Einblicke in das wissenschaftliche Arbeiten
- Eigenständigkeit, selbstständiges Arbeiten
- Teamfähigkeit
- Selbstorganisation
- Forschungsmethoden können ausprobiert werden
- Einblicke in einen Forschungsprozess
Das Besondere am Forschenden Lernen ist die Möglichkeit für Studierende innerhalb einer Gruppe auszuprobieren und zu versuchen, einschließlich der Möglichkeit des Scheiterns. Die Studierende können die Erfahrungen aus ihren Projekten auswerten und so neue Lösungswege finden.
Frau Prof. Barbara Christin - Studiengangsleitung Digital Media Marketing
Aktuelle Projekte (Sommersemester 26)
Studiengang: Architektur
Antragsteller:in: Prof. Valerio Calavetta, M.Sc.
Das Forschungsvorhaben untersucht, wie angesichts von Wohnraummangel und begrenztem Bodenangebot durch die architektonische Überbauung einer bestehenden Brückenkonstruktion neuer,
sozial gerechter und anpassungsfähiger Wohnraum geschaffen werden kann. Im Mittelpunkt stehen flexible, zusammenschaltbare Wohnformen, die sich an unterschiedliche Lebenslagen anpassen lassen und durch gemeinschaftliche sowie öffentliche Nutzungen ergänzt werden.
Studiengang: Bauingenieurwesen [Master]
Antragsteller:in: Prof. Dr.-Ing. Carina Neff
Aufbauend auf dem erfolgreichen ersten Durchlauf des Projekts im WS25/26, in dem Studierende verschiedene Pilzarten (Reishi, Schmetterlingstramete, Austernseitling) und lignocellulosehaltige Substrate (Sägespäne, Karton, Holzreste, Naturfasern, Textilien, Kaffeesatz) erfolgreich kombinieren konnten, wird auf ausdrücklichen Wunsch der Studierenden das Vorhaben in einer zweiten Phase im Sommersemester 2026 vertieft.
Während in Phase 1 die Machbarkeit und das grundsätzliche Wachstum von Myzel in verschiedenen Materialkombinationen im Vordergrund stand, wird sich die Weiterführung im SS26 auf Materialoptimierung, Prozessstabilität und Anwendungsperspektiven konzentrieren. Ein besonderer Fokus liegt dabei auf dem Potenzial myzelbasierter Materialien als nachhaltige Wärmedämmstoffe, da erste Ergebnisse auf eine vielversprechende Kombination aus Porosität, Leichtbau und natürlicher Strukturstabilität hindeuten.
Ziel ist es, die gewonnenen Erkenntnisse systematisch auszubauen und gestalterisch wie technisch belastbare Prototypen myzelbasierter Bauelemente zu entwickeln. Dazu wird auf Erfahrungen des Wahlpflichtfachs im Vorsemester aufgebaut, sodass nun entscheidende Prozesse bereits optimiert sind (Myzelwachstum, Substrate, Kultivierungsparameter, Vorgehen) und sich vertieft mit der konkreten Anwendung der Myzelkomposite auseinander gesetzt werden kann.
Studiengang: Architektur, Innenarchitektur
Antragsteller:in: Prof. Dipl.-Ing. Brigitte Al Bosta
Myzelium, das feine, wurzelartige Geflecht von Pilzen, gewinnt als nachhaltiger Werkstoff im Design- und Architekturbereich zunehmend an Bedeutung. In der Bauindustrie wird es bislang überwiegend in standardisierten Formaten wie Platten oder Blöcken eingesetzt. Über die gezielte Nutzung von Myzelium als formbares, wachsendes Material für die architektonische Modellbildung gibt es hingegen kaum Erkenntnisse. Durch die Verbindung von Materialforschung, experimenteller Biotechnologie und architektonischer Formfindung sollen die Potenziale des Materials für den Modellbau systematisch untersucht werden.
Ziel des Projekts ist die Untersuchung von Myzel als aktiven, formgebenden Gestaltungsparameter im Architekturmodellbau. In praxisorientierten Experimenten werden verschiedene organische Abfallstoffe (z. B. Sägespäne, Hanfschäben, Stroh, Naturfasern, Textilien und Kaffeesatz) getestet, um ihren Einfluss auf das Wachstum, die Dichte und die Formbarkeit des Myzels zu ermitteln. Parallel dazu werden Verfahren der Formgebung wie 3D-gedruckte Negativformen, modulare Gussformen und hybride Materialkombinationen erprobt und systematisch dokumentiert.
Ergänzend kommen Holz, Lehm oder Naturstein als eigenständige formgebende Materialien zum Einsatz, die im Modellbau geschichtet, kombiniert oder separat verwendet werden können. Es entstehen myzelbasierte Modelle wie kleine Häuser oder Volumenstudien, die auf ökologischen Baustoffen anwachsen, sich mit ihnen verbinden und dadurch neuartige, hybride Modellstrukturen aus natürlichem Wachstum hervorbringen.
Der architektonische Modellbau bildet den Anwendungsrahmen des Projekts. Hier eröffnen sich vielfältige experimentelle Einsatzfelder: Fassaden- und Volumenstudien, strukturierte Texturmodelle sowie topografische Landschaftsmodelle. Die besondere Relevanz liegt dabei nicht allein im Ergebnis, sondern im Prozess: Myzelium ist kein statisches Material - es wächst, verbindet, verdichtet und transformiert sich.
Das Forschungsvorhaben verfolgt damit mehrere zentrale Fragestellungen:
- Wie lässt sich ein lebender, wachsender Werkstoff gezielt gestalten?
- Welche formgebenden Potenziale bietet Myzelium jenseits traditioneller Platten- und Blockformate?
- Welche Modellbauanwendungen sind aufgrund von Leichtigkeit, Porosität, Stabilität oder Transluzenz besonders vielversprechend?
- Wie wirken Myzelium, Holz, Lehm oder Naturstein im kombinierten Modellbau zusammen - konstruktiv, gestalterisch und im Hinblick auf Materialkreisläufe?
- Wie kann Myzelium als Bestandteil nachhaltiger Materialkreisläufe im architektonischen Entwurfsprozess verankert werden?
Studiengang: Architektur
Antragsteller:in: Prof. Dr.-Ing. Philipp Lionel Molte
Das beantragte Projekt untersucht die thermische Wirksamkeit klimagerechter Maßnahmen im urbanen Raum anhand vergleichender Messungen und Analysen realer Stadträume. Aufbauend auf einer im Vorjahr erfolgreich durchgeführten Lehrveranstaltung sollen städtische Situationen mit unterschiedlichem Grad an Versiegelung, Begrünung und Wasseranteil systematisch erfasst, gemessen und wissenschaftlich ausgewertet werden.
Im Fokus stehen Maßnahmen wie Fassadenbegrünung, begrünte Straßenräume, Einzelbäume, Strauchflächen, entsiegelte Oberflächen sowie Wasserflächen und deren Einfluss auf Oberflächentemperaturen, Strahlungsbelastung und wahrgenommene Aufenthaltsqualität. Ziel ist es, diese Effekte quantifizierbar und vergleichbar zu machen und damit eine fundierte Grundlage für klimagerechte Entwurfs- und Städtebauentscheidungen zu schaffen.
Das Projekt verbindet stadtklimatische Fragestellungen mit architektonischer Analyse und stellt den Zusammenhang zwischen Materialität, Vegetation, Mikroklima und Nutzung in den Mittelpunkt. Die Studierenden entwickeln eigenständige Forschungsfragen, z. B. zur Wirksamkeit einzelner Maßnahmen oder zur Übertragbarkeit von Ergebnissen auf andere urbane Kontexte. Optional ist eine vergleichende Exkursion nach Paris vorgesehen, um unterschiedliche städtebauliche Typologien und Klimaanpassungsstrategien international zu vergleichen.
Studiengang: Maschinenbau, Mechatronik, Wirtschaftsinformatik, Energieeffiziente Elektrosysteme
Antragsteller:in: Rico Schanzenbach (Studierender)
Betreuende:r Professor:in: Prof. Priv.-Doz. Dr.-Ing. habil. Peter Starke
Die Nutzung synergetischer Effekte der Werkstofftechnik und elektrotechnischer Systeme gewinnt zunehmend an Bedeutung. Insbesondere die Optimierung bestehender Prüfsysteme als auch die Entwicklung neuer Prüfmethoden stehen hierbei im Fokus aktueller Forschungsarbeiten.
Beispielhaft kann für die Optimierung bestehender Prüfsysteme die Implementierung einer automatisierten Spannzeugtemperierung aufgeführt werden. Diese temperiert die Spannzeuge gezielt und reduziert maschinenbedingte Temperatureinflüsse, wodurch unerwünschte Temperaturgradienten entlang der Prüfstrecke reduziert und die Vergleichbarkeit, sowie die Auflösung der Ergebnisse unter definierten thermischen Randbedingungen verbessert werden kann.
Besondere Relevanz erlangen elektrotechnische Systeme in der zerstörungsfreien Prüfung, welche begleitend zur zerstörenden Prüfung eingesetzt werden. Dadurch können während des Versuchs relevante Informationen zum Schädigungsverhalten des Werkstoffs erfasst werden. Dies lässt sich beispielsweise durch die kontinuierliche Messung des elektrischen Widerstands oder den Einsatz von (Soft-)Sensoren realisieren. Ebenfalls ermöglicht der Einsatz elektrotechnischer Systeme die synchrone Aufnahme von Messdaten unterschiedlicher Prüfverfahren innerhalb eines Versuches. Somit ist es möglich das Messdaten zerstörender und zerstörungsfreier Prüfverfahren oder von mehreren zerstörungsfreien Prüfverfahren miteinander kombiniert werden können. Die Kombination mehrerer Prüfverfahren ermöglicht neue innovative Ansätze zur Interpretation der Messergebnisse und ermöglicht eine präzisere und umfassendere Bewertung des Werkstoff- und Schädigungsverhaltens.
Insgesamt leisten elektrotechnische Systeme einen entscheidenden Beitrag zu einer modernen, mehrdimensionalen Werkstoffprüfung und ermöglichen tiefgreifende Einblicke in das Werkstoff- und Schädigungsverhalten.
Studiengang: Bauingenieurwesen
Antragsteller:in: Dr. rer. nat. Patrick Jung
Der Naturnahe Wasserbau erfordert neben konstruktiven Aspekten ein fundiertes Verständnis von Gewässerökologie, Indikatorsystemen und Monitoring-Ansätzen. Der prüfungsrelevante Praxisblock der Vorlesung „Naturnaher Wasserbau“, die von Dr. Katharina Bensing und Dr. Patrick Jung anteilig als Vertretungsprofessoren durchgeführt wird, soll im Sommersemester 2026 gezielt ausgebaut und finanziell abgesichert werden.
Kern des Vorhabens ist eine praxisorientierte Exkursion an ein Stillgewässer in der näheren Umgebung, bei der Studierende Wasserproben mit einem Planktonnetz gewinnen und auf Basis der Phytoplankton-Zusammensetzung Rückschlüsse auf die Wassergüte ziehen. Ergänzend wird ein moderner molekularer Lehrbaustein integriert: Anhand vorbereiteter Algenisolate (Grünalgen und Cyanobakterien) führen die Studierenden DNA-basierte Bestimmungen durch und leiten aus der taxonomischen Identität bzw. ökologischen Präferenz der Organismen ab, ob es sich um Süßwasser- oder Salzwasser-assoziierte Taxa handelt. Damit wird eine Brücke zwischen klassischer Gewässerbioindikation und zeitgemäßen DNA-Methoden geschlagen.
Studiengang: Maschinenbau, Energieeffiziente Systeme, Mechatronik, Wirtschaftsinformatik [Bachelor] || Maschinenbau / Mechatronik [Master]
Antragsteller:in: Edgar Hoffmann (Studierender)
Betreuende:r Professor:in: Prof. Priv.-Doz. Dr.-Ing. habil. Peter Starke
Einfluss von Wärmebehandlungsstrategien auf Mikrostruktur, Eigenspannungsverteilung und Ermüdungsverhalten von mittels LPBF-Verfahren gefertigter metallischer Proben
Studiengang: Architektur [Bachelor]
Antragsteller:in: Prof. Dipl.-Ing. Marcus Kopper
Vor dem Hintergrund der rasanten Stadtentwicklungsprozesse in Albanien – maßgeblich befördert durch den dynamischen Aufschwung des Tourismussektors – rücken zunehmend großmaßstäbliche Neubauprojekte in den Fokus von Planung, Investition und öffentlicher Aufmerksamkeit. Parallel dazu geraten jedoch jene baulichen und räumlichen Strukturen aus dem Blick, die abseits aktueller Kapital- und Entwicklungsströme liegen.
Das seminaristisch aufgebaute Wahlfach setzt hier bewusst an und richtet seinen Fokus auf den vorhandenen Gebäudebestand. Im Zentrum stehen Orte und Gebäude, die weitgehend aus dem öffentlichen und architektonischen Bewusstsein verschwunden sind. Dazu zählen insbesondere Bauwerke und Standorte aus der kommunistischen Zeit, die infolge der Marktliberalisierung sowie der Stilllegung von Produktionsstätten einen tiefgreifenden Funktions- und Bedeutungswandel erfahren haben.
Anhand eines konkreten Fallbeispiels in Shkodra (Albanien) soll untersucht werden, wie bestehende, derzeit ungenutzte Gebäude durch adaptive Wieder- und Umnutzung reaktiviert und in zeitgemäße Nutzungskreisläufe überführt werden können. Ziel ist eine systematische Analyse der Bestandsstruktur sowie ihres räumlichen, städtebaulichen und gesellschaftlichen Kontexts unter baukonstruktiven, typologischen und städtebaulichen Gesichtspunkten. Auf dieser Grundlage werden Nutzungskonzepte sowie architektonische Transformationsstrategien entwickelt.
Albanien eignet sich als Untersuchungsraum in besonderer Weise aufgrund:
- äußerst dynamischer und teils ungesteuerter Stadtentwicklungsprozesse
- eines lebendigen sozio-kulturellen Umfelds sowie einer zunehmenden Positionierung als Architektur-Hotspot auf europäischer Ebene
- der perspektivischen Annäherung an die Europäische Union und der damit verbundenen gesellschaftlichen und räumlichen Transformationsprozesse
- der Möglichkeit, mediterrane klimatische Bedingungen und daraus resultierende Bautraditionen zu untersuchen – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Temperaturen und der wachsenden Relevanz klimaadaptiver Bauweisen auch im mitteleuropäischen Kontext
Studiengang: Architektur
Antragsteller:in: Prof. Dipl.-Ing. Architektin BDA Sabrina Wirtz
Aufbauend auf den Erkenntnissen aus Golden Corn untersuchen Studierende in Projekt GOLDEN HOUSE, wie Stroh als nachhaltiger Baustoff architektonisch gestaltet und vermittelt werden kann, um die Akzeptanz für das Bauen mit Stroh und biobasierten Baustoffen in der Gesellschaft zu stärken.
Wie können architektonische Entwurfsstrategien im Bauen mit Stroh entwickelt und kommuniziert werden, um die gesellschaftliche Akzeptanz für Stroh als Baustoff zu erhöhen und so einen wichtigen Beitrag zur Bauwende leisten?
Der Bausektor ist einer der größten Ressourcenverbraucher weltweit. Deshalb arbeiten Industrie und Wissenschaft verstärkt an Lösungen, um diesen immensen Bedarf zu reduzieren. Auch die Hochschule Kaiserslautern forscht (u.a. im Institut für Nachhaltigkeit) disziplinübergreifend zu der Fragestellung, wie die Baubranche nachhaltiger werden kann.
Es geht dabei schwerpunktmäßig um die Frage, wie verstärkt nachwachsende und regional erzeugte Werkstoffe im Bauwesen eingesetzt werden können. Zu den nachwachsenden Rohstoffen, die für nachhaltiges Bauen in Deutschland eingesetzt werden können, gehören insbesondere die Materialien Holz, Lehm, Hanf und Stroh. Während Holz bereits eine etablierte Bauweise darstellt und der Lehmbau zunehmend in den Fokus des fachlichen und öffentlichen Diskurses rückt, gilt es im Hinblick auf die Verwendung von Stroh für tragende und nichttragende Bauteile noch Herausforderungen zu bewältigen.
In aktuellen Forschungsvorhaben an der Hochschule Biberach, der Bauhaus-Universität Weimar und Hochschule Magdeburg-Stendal untersuchen Forschungsgruppen im Bereich Bauingenieurwesen das Verhalten von Stroh in tragenden und nichttragenden Bauteilen in Bezug auf Tragfähigkeit, Verformung, Bauphysik und Normung/Zulassung, um Bauen wieder in umweltverträgliche Grenzen zu führen. Dabei geht es insbesondere um die Reduktion von CO2-Emissionen und Abfallmengen.
Neben den materialspezifischen Fragestellungen bedarf es auch Antworten auf die Vorbehalte, auf die Bauen mit Stroh in der Baubranche und gesellschaftlich stößt. Um Stroh mittelfristig als echte Alternative zu den herkömmlichen Werkstoffen etablieren zu können, braucht es eine Kommunikationsstrategie, die zur Nachahmung anregt.
Diese Kommunikationsaufgabe kann Architektur übernehmen. An dieser Stelle setzt das semesterübergreifende Modul "GOLDEN House – Bauen mit Stroh" im Studiengang Architektur des Fachbereiches Bauen und Gestalten an der Hochschule Kaiserslautern an.
Ziel ist es, den besonderen Materialeigenschaften von Stroh mit spezifischen architektonischen Entwurfs- und Konstruktionsprinzipien zu begegnen. Dies erfolgt in einem architektonischen Ausdruck, der die Baukultur der Region fortschreibt, eine regionale Handwerklichkeit mit den Mitteln der Digitalisierung in Planung und Fertigung kombiniert und v.a. Vorhabentragende der Region und darüber hinaus anregt, mit Stroh zu bauen.
Studiengang: Architektur, Innenarchitektur
Antragsteller:in: Dipl.-Ing. (FH) Jochen Sinnwell
Das Projekt Sculpting Sustainability erforscht nachhaltige Alternativen zu konventionellen Abform- und Formgebungsmaterialien wie Gips, Beton und Silikon. Im Zentrum stehen biobasierte Stoffe wie Myzelium, Alginat, Hanfbeton, Agrarabfälle und Bioharze. Untersucht werden ihre gestalterischen Potenziale, haptischen Qualitäten sowie ihre ökologische Wirkung im Vergleich zu etablierten Materialien.
Im Projekt entstehen experimentelle Prototypen in unterschiedlichen Maßstäben, Formen und Oberflächen, die sowohl Abformprozesse als auch freie skulpturale Formgebung einbeziehen. Geprüft werden die materialtechnischen Eigenschaften der Stoffe unter praxisnahen Bedingungen. Die Ergebnisse werden systematisch in einer frei zugänglichen Materialdatenbank dokumentiert. Diese enthält Rezepturen, Verarbeitungshinweise, ökologische Kennwerte sowie 3D-Dokumentationen der Prototypen.
Eine abschließende Ausstellung präsentiert die entwickelten Materialien in anwendungsnahen räumlichen Szenarien und macht die Forschung für ein breites Fach- und Laienpublikum sinnlich erfahrbar.
Studiengang: Digital Engineering, Elektrotechnik, Mechatronik
Antragsteller:in: Osamah Abdulhakim Dael Shamsan (Studierender)
Betreuende:r Professor:in: Prof. Dr.-Ing. Steffen Schütz
Die Weiterentwicklung autonomer Fahrsysteme erfordert eine enge Zusammenarbeit von Sensorik, Regelungstechnik und eingebetteten Systemen. Neben der reinen Geschwindigkeitsregelung und Hinderniserkennung spielt die kamerabasierte Wahrnehmung eine immer wichtigere Rolle, da sie eine detaillierte Erfassung der Umgebung ermöglicht und damit grundlegende Entscheidungen im Fahrbetrieb unterstützt. In dem beantragten Projekt soll auf den im Vorjahr entwickelten Hard- und Softwarelösungen aufgebaut werden. Das bestehende System wird gezielt um ein Kameramodul erweitert. Dadurch erhalten die Studierenden die Möglichkeit, sich mit deutlich komplexeren Aufgaben des autonomen Fahrens auseinanderzusetzen. Die Ausgangsszenarien orientieren sich an realen regionalen und internationalen Studierendenwettbewerben. Dazu gehören vergleichbare Regeln, Streckenlayouts, Fahrzeugplattformen sowie ähnliche Sensor- und Hardwarekomponenten. Die Ergebnisse der Studierenden werden mit den Leistungen von Wettbewerbsteams verglichen. Dieser Vergleich soll die Motivation steigern und die Studierenden zur Teilnahme an solchen Wettbewerben ermutigen. Das Projekt verbindet praxisnahe Ausbildung mit forschungsorientiertem Arbeiten und stärkt die interdisziplinären Kompetenzen in den Bereichen Embedded Systems, Bildverarbeitung und Automatisierungstechnik.
Studiengang: Architektur, Innenarchitektur
Antragsteller:in: Nils Fischer, M.A.
Betreuende:r Professor:in: Prof. Dipl.-Ing. Benedikt Hartl
Zirkularität und Re-Use gewinnen vor dem Hintergrund der hohen Abfallmengen und des Ressourcenverbrauchs im Bauwesen erheblich an Bedeutung. Der Bau- und Abbruchsektor zählt zu den abfallintensivsten Bereichen: In Deutschland entfielen im Jahr 2022 rund 208 Millionen Tonnen auf Bauabfälle, was etwa 61 % des gesamten Abfallaufkommens entspricht (Umweltbundesamt 2024). Auch international wird Bau- und Abbruchabfall als einer der größten Abfallströme beschrieben und macht etwa 30 % der weltweit anfallenden festen Abfälle aus (UNEP 2020). Vor diesem Hintergrund stellen zirkuläre Strategien und insbesondere die Wiederverwendung von Materialien einen zentralen Ansatz dar, um Abfallmengen zu reduzieren, Primärressourcen zu schonen und ökologische Belastungen im Bau- und Gestaltungsbereich nachhaltig zu verringern.
Die genannten Herausforderungen werden im angestrebten Projekt behandelt, dessen Kern in der Auseinandersetzung mit den Re-Use-Potenzialen von Modellbau- und Baumaterialien sowie von ausgedienten Holz- und Möbelbauteilen an der Hochschule Kaiserslautern und dessen Umgebung liegt. Im Fokus steht die Frage, wie vorhandene materielle Ressourcen im Hochschulkontext identifiziert, erschlossen und für Lehre und Entwurf erneut nutzbar gemacht werden können. Dabei werden unterschiedliche Möglichkeiten der Sammlung, Dokumentation und Organisation von Materialien ebenso untersucht wie geeignete analoge und digitale Strukturen zur langfristigen Nutzung, etwa Materialarchive oder Bauteilbörsen. Ein weiterer Aspekt des Forschungsthemas ist die konzeptionelle und bauliche Entwicklung einer Materialsammlung, die selbst aus wiederverwendeten Materialien besteht. Ergänzend wird betrachtet, wie sich der Einsatz von Re-Use-Materialien auf Entwurfs- und Planungsprozesse in Architektur und Innenarchitektur auswirkt und welche neuen Arbeitsweisen, gestalterischen Strategien und Haltungen daraus entstehen können.
Das Vorhaben schließt inhaltlich und zeitlich an die aktuell an der Hochschule stattfindende Vortragsreihe „Re:Think“ an und überführt deren theoretische Impulse in ein nachhaltiges Lehr-, Praxis- und Forschungsformat.
Projekte aus dem Wintersemester 2025/2026
Studiengang: Medieninformatik, Digital Media Marketing [Bachelor]
Antragsteller:in: Gustav Gutsche, Annika Sema, Prof. Dr. Dieter Wallach
Komparative empirische Untersuchung von Ablenkungseffekten der hands-free und handheld-Telefonie unter Rückgriff auf das Fahrsimulationslabor (Human-Computer Interaction Arbeitsgruppe HCI2B am Campus Zweibrücken).
In einer Analyse der einhundert am häufigsten zitierten Publikationen der international hochbedeutenden Fachtagung "ACM Computer-Human Interaction (ACM CHI)" zeigen Kaltenhauser, Savino, von Felten und Schöning (2025) eindrucksvoll die Relevanz empirisch-experimenteller Arbeiten im Umfeld der Mensch-Technik Interaktion auf: Zwei Drittel der Top 100-Publikationen seit Bestehen der ACM CHI umfassen empirische Daten als Bestandteil von Ausführungen zu User Research, Evaluation oder Validierung von Methoden, Technologien oder interaktiven Artefakten. Der dargestellten Bedeutung empirischer Methoden in der Informatik wird an der Hochschule Kaiserslautern in der Lehre Rechnung getragen: Bachelor-Studierende der Studiengänge Medieninformatik und Digital Media Marketing erhalten in der Veranstaltung "Angewandte Kognitionswissenschaft" eine Einführung in das empirisch-experimentelle Vorgehen und werden mit grundlegenden Konzepten der beschreibenden und schließenden Statistik anhand von Beispielen aus der Literatur vertraut gemacht. Ziel des beantragten Projektes zum Forschenden Lernen ist es, gemeinsam mit Studierenden eine eigene empirische Studie zu planen, umzusetzen, inferenzstatistisch auszuwerten und in einer Publikation zu dokumentieren.
Studiengang: Bauingenieurwesen [Master]
Antragsteller:in: Prof. Dr.-Ing. Carina Neff
Pilzmyzel besitzt die Fähigkeit, organische Substrate wie Holzreste oder Sägespäne zu durchwachsen und stabile, biologisch abbaubare Strukturen zu bilden. In der Materialforschung eröffnen sich durch diesen Prozess neue Wege für nachhaltige und ressourcenschonende Baustoffe. Im Zentrum steht die Nutzung von Pilzen wie Reishi (Ganoderma lucidum), Schmetterlingstramete (Trametes versicolor) und Austernseitling (Pleurotus ostreatus) zur Entwicklung alternativer Baumaterialien. Das Projekt verknüpft biologische Prozesse mit ingenieurtechnischen Anwendungen. Ziel ist es, die Machbarkeit, Festigkeit und Gestaltungspotenziale solcher lebenden Materialien im Labormaßstab zu untersuchen.
Studiengang: Architektur, Innenarchitektur, Bauingenieurwesen [Bachelor & Master]
Antragsteller:in: Prof. Dipl.-Ing. Brigitte Al Bosta
Ein Projekt zwischen Forschung, Kunst und Baupraxis: Im Sommersemester 2025 startete das Wahlpflichtfach TELM. Aufbauend auf den Ergebnissen aus dem Sommersemester wird im Wintersemester 2025/2026 das Wahlpflichtfach TELM 2.0 angeboten. Die gewonnenen Erkenntnisse sollen aufbereitet, evaluiert und veröffentlicht werden. In dem Lehrforschungsprojekt, bestehend aus TELM und TELM 2.0, des Fachbereichs Bauen und Gestalten der Hochschule Kaiserslautern steht die Vernetzung der Studiengänge sowie die Förderung des experimentellen, künstlerischen und wissenschaftlichen Arbeitens im Zentrum. Theorie und Praxis werden verknüpft. Im Vordergrund steht die Materialforschung, bei der traditionelle Baumaterialien mit neuen, nachhaltigen Baustoffen kombiniert werden. Diese zielt darauf ab, Gebäude langlebiger, ressourcenschonender und energieeffizienter zu gestalten. Stampflehm und Lehmziegel erleben aufgrund ökologischer Überlegungen eine Renaissance. Bei der Entwicklung neuer ökologischer Bauweisen spielt die Transdisziplinarität eine entscheidende Rolle. Neben technischen Aspekten werden innovative künstlerische Konzepte berücksichtigt. Das Lehrforschungsprojekt „TELM 2.0” befasst sich mit der systematischen Dokumentation, Evaluation und Veröffentlichung experimenteller Entwicklungen im Bereich der sogenannten „Living Building Materials” (LBM). Im Zentrum stehen dabei innovative Kombinationen von terrestrischen Cyanobakterien mit natürlichen Baustoffen wie Lehm und Sand. Das Ziel besteht darin, das Potenzial biologisch aktiver Materialien als nachhaltige und CO₂-arme Alternative zu konventionellen Baustoffen wie Beton zu erfassen, zu bewerten und zu veröffentlichen. Auch bestehende Baustoffe wie Stampflehm oder Lehmziegel werden hinsichtlich ihrer Materialeigenschaften untersucht, weiterentwickelt und deren Verbesserungen nachvollziehbar aufgezeigt. Im Rahmen der interdisziplinären Labor- und Werkstattarbeit der Hochschule dokumentieren Studierende und Lehrende aus den Bereichen Architektur, Bauingenieurwesen, Kunst und Umwelttechnik ihre materialtechnischen und gestalterischen Experimente. Die gewonnenen Erkenntnisse bezüglich der strukturellen Eigenschaften und Anwendungsmöglichkeiten der LBMs werden evaluiert und in geeigneter Form publiziert, sei es in Fachartikeln, Projektberichten oder öffentlichen Präsentationen. Ziel ist es, den Wissenstransfer und die Weiterentwicklung im Bereich nachhaltiger Baumaterialien aktiv zu fördern. Die Verbindung von Wissenschaft, Gestaltung und Nachhaltigkeit macht TELM zu einem zukunftsweisenden Projekt an der Schnittstelle zwischen Forschung, Kunst und Baupraxis.
Studiengang: Maschinenbau, Energieeffiziente Systeme, Mechatronik, Wirtschaftsinformatik [Bachelor] || Maschinenbau / Mechatronik, Elektrotechnik und Informationstechnik [Master]
Antragsteller:in: Florian Juner
Data Augmentation, Image Classification und Interpolation von Forschungsdaten mit Hilfe von Machine Learning und Deep Learning.
Studiengang: Architektur, Innenarchitektur [Bachelor & Master]
Antragsteller:in: Dipl.-Ing. (FH) Jochen Sinnwell
Die Studierenden untersuchen im Rahmen des Seminares, wie zeitgenössische architektonische Gestaltungsprinzipien in Form, Farbe, Materialdarstellung und Komposition durch KI-basierte Bildgenerierungstechnologien erfasst, rekonstruiert und ob Veränderungen vorgenommen werden. Im Zentrum steht die Frage, ob KI-Modelle wie Midjourney bestehende ästhetische Konventionen lediglich reproduzieren oder auch neue, eigenständige Bildwelten erzeugen und wie sich der Einfluss möglicher neuer KI-Bildwelten auf die eigene Entwurfspraxis auswirkt. In einem weiteren Schritt wird untersucht, wie KI-gestützte Bildwelten in eine eigenständige gestalterische Idee überführt werden können und welche neuen Perspektiven, Methoden und Ausdrucksformen dadurch für die eigene Entwurfspraxis entstehen.
Studiengang: Digital Media Marketing [Bachelor]
Antragsteller:in: Dipl.-Kffr. Anna-Lydia Imamovic
Welche Strategien eignen sich auf Instagram, um Studieninteressierte gezielt anzusprechen und eine emotionale Bindung zur Hochschule Kaiserslautern aufzubauen? Im Rahmen der Übung Grundlagen des Marketings wird ein praxisnahes und zugleich forschungsorientiertes Projekt realisiert. Die Studierenden entwickeln, testen und reflektieren ein redaktionelles Instagram-Konzept für den Kanal @campusvibes. Ziel des Projekts ist es, den Studierenden zu ermöglichen, den strategischen Einsatz von Social Media praktisch zu erproben. Dabei entwickeln sie konkrete Maßnahmen, um potenzielle Studieninteressierte gezielt anzusprechen und emotional an die Hochschule Kaiserslautern zu binden. Durch die Anwendung von Marketingmodellen, datenbasierter Analyse und kreativer Content-Erstellung vertiefen die Studierenden ihre Marketing-Grundlagen und bauen ihre Kompetenzen in digitaler Kommunikation und im forschenden Lernen aus.
Studiengang: Maschinenbau, Energieeffiziente Systeme, Mechatronik, Wissenschaftsinformatik [Bachelor] || Maschinenbau / Mechatronik, Elektrotechnik und Informationstechnik [Master]
Antragsteller:in: Edgar Hoffmann
Einfluss von LPBF-Fertigungsparametern auf Mikrostruktur, Defektbildung und Ermüdungsverhalten metallischer Werkstoffe
Studiengang: Architektur [Master]
Antragsteller:in: Prof. Dipl.-Ing. Architektin BDA Sabrina Wirtz
Das Projekt erforscht, wie Stroh als nachhaltiger Baustoff architektonisch gestaltet und vermittelt werden kann, um die Akzeptanz für das Bauen mit Stroh und biobasierten Baustoffen in der Gesellschaft zu stärken.
Wie können architektonische Entwurfsstrategien im Bauen mit Stroh entwickelt und kommuniziert werden, um die gesellschaftliche Akzeptanz für Stroh als Baustoff zu erhöhen und so einen wichtigen Beitrag zur Bauwende leisten?
Der Bausektor ist einer der größten Ressourcenverbraucher weltweit. Deshalb arbeiten Industrie und Wissenschaft verstärkt an Lösungen, um diesen immensen Bedarf zu reduzieren. Auch die Hochschule Kaiserslautern forscht (u.a. im Institut für Nachhaltigkeit) disziplinübergreifend zu der Fragestellung, wie die Baubranche nachhaltiger werden kann.
Es geht dabei schwerpunktmäßig um die Frage, wie verstärkt nachwachsende und regional erzeugte Werkstoffe im Bauwesen eingesetzt werden können. Zu den nachwachsenden Rohstoffen, die für nachhaltiges Bauen in Deutschland eingesetzt werden können, gehören insbesondere die Materialien Holz, Lehm, Hanf und Stroh. Während Holz bereits eine etablierte Bauweise darstellt und der Lehmbau zunehmend in den Fokus des fachlichen und öffentlichen Diskurses rückt, gilt es im Hinblick auf die Verwendung von Stroh für tragende und nichttragende Bauteile noch Herausforderungen zu bewältigen.
In aktuellen Forschungsvorhaben an der Hochschule Biberach, der Bauhaus-Universität Weimar und Hochschule Magdeburg-Stendal untersuchen Forschungsgruppen im Bereich Bauingenieurwesen das Verhalten von Stroh in tragenden und nichttragenden Bauteilen in Bezug auf Tragfähigkeit, Verformung, Bauphysik und Normung/Zulassung, um Bauen wieder in umweltverträgliche Grenzen zu führen. Dabei geht es insbesondere um die Reduktion von CO2-Emissionen und Abfallmengen.
Neben den materialspezifischen Fragestellungen bedarf es auch Antworten auf die Vorbehalte, auf die Bauen mit Stroh in der Baubranche und gesellschaftlich stößt. Um Stroh mittelfristig als echte Alternative zu den herkömmlichen Werkstoffen etablieren zu können, braucht es eine Kommunikationsstrategie, die zur Nachahmung anregt.
Diese Kommunikationsaufgabe kann Architektur übernehmen. An dieser Stelle setzt das Entwurfsmodul "GOLDEN CORN – Bauen mit Stroh" im Studiengang Architektur des Fachbereiches Bauen und Gestalten an der Hochschule Kaiserslautern an.
Ziel ist es, den besonderen Materialeigenschaften von Stroh mit spezifischen architektonischen Entwurfs- und Konstruktionsprinzipien zu begegnen. Dies erfolgt in einem architektonischen Ausdruck, der die Baukultur der Region fortschreibt, eine regionale Handwerklichkeit mit den Mitteln der Digitalisierung in Planung und Fertigung kombiniert und v.a. Vorhabentragende der Region und darüber hinaus anregt, mit Stroh zu bauen.
Studiengang: Elektrotechnik [Bachelor]
Antragsteller:in: B.Eng. Ömer Ata
Die Digitaltechnik ist eine zentrale Basistechnologie unserer Zeit und bildet die Grundlage für nahezu alle Produkte und Innovationen, die unseren Alltag prägen – von Alltagsgeräten bis hin zu komplexen Anwendungen in der Luft- und Raumfahrttechnik. Diese Bedeutung spiegelt sich auch im neuen Curriculum des Bachelorstudiengangs Elektrotechnik (ET24-B) wider: Die Digitaltechnik hat einen größeren Stellenwert erhalten und ist in allen Vertiefungsrichtungen als Pflichtmodul im dritten Fachsemester verankert. Damit wird sichergestellt, dass alle Studierenden unabhängig von ihrer späteren Spezialisierung fundierte Grundkenntnisse in diesem Gebiet erwerben.
Im Rahmen dieses Vorhabens soll die Lehrveranstaltung Digitaltechnik von Prof. Schütz und insbesondere das dazugehörige Labor um einen praxisnahen, forschungsorientierten Projektanteil erweitert werden. Ziel ist es, die Studierenden bereits im dritten Fachsemester an eine im Ingenieursalltag wie auch in der angewandten Forschung zentrale Methodik heranzuführen:
Theorie → Simulation → Implementierung → Experiment/Hardware → Reflexion
Die Studierenden durchlaufen dabei den gesamten Entwicklungszyklus – von der theoretischen Analyse über die Simulation digitaler Schaltungen bis zur Umsetzung auf echter Hardware und deren experimenteller Überprüfung mit geeigneten Messmitteln. Der Prozess ist bewusst ergebnisoffen gestaltet, sodass auch Fehlversuche als wertvolle Lernerfahrungen genutzt werden.
Als zentrale Plattform kommen relativ kostengünstige Experimentierboards (DEB100 von ELV) zum Einsatz, die eine direkte Umsetzung der in Vorlesung und Simulation entwickelten Schaltungen in Hardware ermöglichen. Die Arbeit in kleinen Teams erfolgt anhand mehrerer klar abgegrenzten Fragestellungen, die inhaltlich aufeinander aufbauen und so schrittweise zu einer komplexeren Gesamtaufgabe führen.
Das Projekt verbindet die Vermittlung technischer Grundlagen mit dem Erwerb methodischer, sozialer und kommunikativer Kompetenzen. Es stärkt das Verständnis für den iterativen Charakter der Lösungsfindung im Allgemeinen und ingenieurwissenschaftlicher Arbeit im Besonderen. Die Durchführung im dritten Semester stellt sicher, dass die Studierenden frühzeitig den Mehrwert praxisnaher, forschungsorientierter Arbeit erfahren und diese Herangehensweise als integralen Bestandteil ihrer weiteren Ausbildung verinnerlichen.
Studiengang: Mechatronik [Bachelor]
Antragsteller:in: Christian Malschofsky
Für den Wettbewerb Trinatronix haben wir im Rahmen unserer mechatronischen Arbeit einen Assistenzroboter als Prototyp entwickelt. Durch den enormen Zeitdruck wurde aus dem Projekt nur ein Proof of Concept. Daher möchten wir in dieser studentischen Initiative die Weiterentwicklung des Proof-of-Concept umgesetzten Assistenzroboters für blinde und sehbehinderte Menschen zu einem voll funktionsfähigen Prototyp angehen. Ziel ist es, mithilfe zusätzlicher Hardware (u.a. maßgefertigte 3D-gedruckte Bauteile), optimierter Sensorik, Voice Software und intuitiver Mensch Maschine-Interaktion die sichere Navigation in komplexen Umgebungen zu ermöglichen und die Bedienbarkeit weiter zu verbessern.
Kontakt

Kontakt
- +49 631 3724-5274jessica.weyer(at)hs-kl(dot)de
- Campus Zweibrücken
- Room G 227
Fördervoraussetzungen
- Die Projekte können in die Wahlpflichtveranstaltung eines Bachelor- oder Masterstudiengangs integriert oder zusätzlich zum Curriculum angeboten werden.
- Die Beantragung der Mittel kann durch Studierende, Promovierende, Professor: innen und Lehrende erfolgen; Mentor: innen sollen die Projekte fachlich begleiten.
- Das ausgefüllte Antragsformular wird bis zum bekanntgegebenen Stichtag für eine Veranstaltung im darauffolgenden Semester bei Frau Dr. Jessica Weyer eingereicht.
- Details finden Sie im Informationsblatt (s.o.).
Förderung
Aus Landesmitteln des Landes Rheinland-Pfalz hat die Hochschule Kaiserslautern einen eigenen Fördertopf (Fond) initialisiert. Aus diesem Fond können pro Semester forschungsnahe Lehrangebote mit einem Budget für Sach- und Hiwi-Mittel mit bis zu 3.000 € (in der Regel) gefördert werden.
Die Ausschreibung startet jeweils zum Semesterbeginn, zur objektiven Bewertung der Anträge und somit zur Qualitätssicherung der Projekte wurde unter anderem eine Arbeitsgruppe „Forschendes Lernen“ an der Hochschule etabliert.


