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Programm

Der erste Tag der Lehre, am 19. Juni 2013, war geprägt von interessanten Vorträgen und lebendigen Diskussionen rund um das Thema neue Lehr- und Lernformen. Insbesondere die Rolle des Lehrenden beschäftigte die Teilnehmerinnen und Teilnehmer, die trotz der Hitze bis zum Schluss in der Aula in Zweibrücken interessiert zuhörten und mit diskutierten.

Etwa 90 Teilnehmerinnen und Teilnehmer – Lehrende, Mitarbeitende, Interessierte unserer Fachhochschule und einige externe Gäste - waren der Einladung des Senatsausschusses Qualität und Lehre gefolgt. Als Veranstalter des Tags der Lehre gestaltete und organisierte er die Auftaktveranstaltung in Kooperation mit den BMBF-Projekten Offene Kompetenzregion Westpfalz (OKWestpfalz), open MINT Labs (OML) und Förderung individueller Studienwege (FIS).

Der Präsident, Prof. Dr. Konrad Wolf, eröffnete den ersten Tag der Lehre der FH Kaiserslautern und wünschte allen Teilnehmenden eine angeregte Diskussion. Prof. Dr. Hans-Joachim Schmidt, Vizepräsident der FH Kaiserslautern, moderierte die Inputs und Diskussionen, die sich im ersten Teil um das Thema „Vielfalt der Lehre. Von der klassischen Vorlesung bis zum problem based learning“ drehten. Er begrüßte es sehr, nun die „Praktiker der Lehre“ zu Wort kommen zu lassen und stellte die Referenten kurz vor.

Den Anfang machte Prof. Dr. Jörg Hettel vom Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik. Er stellte am Beispiel des Bachelorstudiengangs IT Analyst, gestartet im WS 2012/13, den Aufbau berufsbegleitenden Lernens dar. Der Studiengang ist so konzipiert, dass er etwa fünfwöchige Module an einem Stück anbietet. Und ein mehrwöchiges Modul dem nächsten folgt. Die Studierenden starten jeweils mit einer Präsenzphase, um das gemeinsame Lernen in den Fernphasen zu initiieren. Ebenso legt der Studiengangleiter viel Wert auf ein Feedback der Studierenden zu den einzelnen Modulen. Hieraus würden notwendige Veränderungen ersichtlich.

Prof. Dr. Martin Wölker, Fachbereich Angewandte Logistik und Polymerwissenschaften, stellte am Beispiel des Bachelorstudiengangs Logistics Diagnostics and Design problem based learning vor. Er beschrieb die, zur alten Rolle des Lehrenden als Materialaufbereiter, neu hinzukommende Funktion des Lehrenden als Coach. Diese Rolle sei geprägt durch die freie Auswahl der Mittel und Aufgabenstellungen ohne große Instruktionen.

Um projektorientiertes Lernen drehte sich der Input von Prof. Thomas Wagner vom Fachbereich Bauen und Gestalten. Anhand des Moduls Freie Darstellung II mit Aktzeichnen sowie Visualisierung und Modellieren im Bachelorstudiengang Virtual Design veranschaulichte er seinen Ansatz. Ziel des Moduls ist es, eine computeranimierte Figur zu erschaffen. Im Arbeitsprozess entwickeln die Studierenden verschiedene Kompetenzen und werden hierbei durch Lehrende, Assistenten und Tutoren begleitet.

Alle drei Referenten vermittelten in ihren Inputs und der Diskussion ihre Freude und den Spaß, den neue Lehr- und Lernformen machen, da sie die Studierenden zum Lernen motivierten. Ein Aspekt, den auch der Koordinator des Projekts OKWestpfalz, Dr. Max Reinhardt betonte. Die dargestellten spannenden Praxisbeispiele zeigten, welche Möglichkeiten Lehr- und Lernformen böten und was sie für die alltägliche Arbeit der Lehrenden bedeuten könnten. Gerade hinsichtlich ihrer Rolle in der Hochschule, z. B. bei der Beratung von Studierenden. Die anschließende, lebendige Diskussion verdeutlichte das Interesse von Lehrenden an neuen Lehr- und Lernformen. Sie zeigte aber auch, dass die Rolle von Lehrenden kontrovers gesehen wird: Soll der Lehrende ein Coach oder Trainer oder ein klassischer Überbringer von Botschaften sein? Die Brisanz der Frage und die Vielfalt der Meinungen wurden hierbei deutlich. Dr. Jan Fendler, Hochschuldidaktiker der FH Kaiserslautern, gab zu Bedenken: „Die Rolle der Lehrenden wird auch durch das Lehrziel und die Lehrbedingungen (wie Anzahl an Studierenden, Inhalte, Ausstattungen) bestimmt.“ Entsprechend müssten Lehrende je nach Situation auch unterschiedliche Rollen einnehmen.

Auch zum zweiten Thema des Tags der Lehre „E-Learning Nutzen, Aufwand, Grenzen“ berichteten drei Professoren der FH Kaiserslautern über ihre Lehrkonzepte und Erfahrungen mit Blended Learning. Prof. Dr. Uwe Krönert vom Fachbereich Angewandte Ingenieurwissenschaften, stellte das für drei berufsbegleitende Studiengänge neu entwickelte Blended Learning-Modell im Bereich Physik vor. Besonders interessant werde die online stattfindende Laborvorbereitung für die Studierenden durch das in Open OLAT zur Verfügung gestellte Material. Dieses beinhaltet konkrete Anwendungsbeispiele und praxisnahe Übungen, somit könne mittels Simulationen „online ausprobiert werden, was offline nicht geht“, so Krönert.

Prof. Dr. Antoni Picard, Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik, stellte das Virtuelle Technologielabor vor. In diesem bereiten sich die Studierenden der FH Kaiserslautern und weiterer Kooperationspartner auf das Laborpraktikum im Reinraum vor. Durch realitätsnahe Simulationen können komplexe Bedienkonzepte im Online-Selbststudium geübt und so die Gefahren für Mensch und Maschine minimiert werden.

Ebenfalls aus dem Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik zeigte Prof. Dr. Dieter Wallach an einigen Praxisbeispielen aus der Informatik, dass Blended Learning auch bei kritischer Betrachtung einen hohen Nutzen aufweist. Wichtig sei hierbei allerdings die Angemessenheit des Medieneinsatzes für die jeweiligen Lehrinhalte.

Die drei Referenten waren sich einig, dass E-Learning die Präsenzlehre sinnvoll ergänzen kann und die Studierenden von der örtlichen und zeitlichen Ungebundenheit des Lernens profitieren. Die Koordinatorin des OML-Projekts, Daniela Fleuren, betonte ebenfalls die Flexibilität des Lernens mit neuen Medien. Zudem hob sie als Vorteil von Blended Learning-Konzepten die Möglichkeit hervor, einmal erstellte E-Learning-Inhalte in der Lehre unabhängig von der jeweiligen apparativen und personellen Ausstattung uneingeschränkt einsetzen zu können.

Zwischen den beiden Themenblöcken konnten sich die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf dem Markt der Projekte umschauen. Dort stellten sich die BMBF-Projekte sowie die Stabsstelle Qualität in Studium und Lehre und die Personalentwicklung der FH Kaiserslautern vor.

Prof. Dr. Konrad Wolf schloss die Veranstaltung und kündigte die Fortsetzung der Reihe an: “Der Tag der Lehre bietet den Lehrenden die Möglichkeit, innovative Anregungen für die Weiterentwicklung ihrer Lehre zu erhalten, was beim ersten Tag der Lehre vorbildlich deutlich wurde.“