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DiDiER

Viele Berater und Anbieter von Dienstleistungen nutzen bereits Computertechnologie, um die Qualität ihrer Beratung zu verbessern und effizienter zu arbeiten. Auch bei der Ernährungsberatung von chronisch Kranken werden häufig hochkomplexe Analysen durchgeführt und wahre Detektivarbeit geleistet. Ziel ist es oftmals, Auslöser von Beschwerden zu erkennen und maßgeschneiderte Ernährungskonzepte zu erarbeiten. Dazu ist eine enge Kooperation zwischen Patient und Berater unabdingbar, um Symptome mit verzehrten Nahrungsmitteln in Verbindung bringen zu können. Handschriftliche Notizen der Patienten sind oft ungenau und führen nicht immer zu belastbaren Ergebnissen. Mit Hilfe digitalisierter Daten könnten sich Berater viel besser auf den einzelnen Patienten vorbereiten, denn die Daten sind oft präziser und lassen sich zudem computerunterstützt auswerten. Dennoch spielt Digitalisierung gerade im professionellen Umfeld der Ernährungsberatung nur eine untergeordnete Rolle. Nach wie vor mangelt es an verlässlichen Methoden zur digitalisierten Erhebung und Auswertung von Daten. Oftmals bestehen auch datenschutzrechtliche Bedenken oder es fehlen praktikable Erlösmodelle auf Seiten der Berater.

Im Verbundprojekt DiDiER (Digitalisierte Dienstleistungen im Bereich der Ernährungsberatung von Personengruppen mit erhöhten gesundheitlichen Risiken bei Fehlernährung), das vom OFFIS Institut für Informatik in Oldenburg koordiniert wird, arbeitet nun die Hochschule Kaiserslautern an neuen Konzepten zur Verbesserung der Qualität und Effizienz im Management ernährungsbedingter Erkrankungen. In strategischen Partnerschaften mit dem Deutschen Allergie- und Asthmabund (DAAB, Mönchengladbach), dem Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz (DFKI, Saarbrücken), dem Institut für Sozialforschung und Sozialwirtschaft (ISO, Saarbrücken), der Universitätsklinik für Geriatrie der Universität Oldenburg, und den Firmen T-Systems International (Frankfurt/Main) und EUROKEY (Saarbrücken) bringt die Hochschule Kaiserslautern ihre medizin-informatischen Kompetenzen und Erfahrungen aus früheren Projekten zum digitalisierten Diätmanagement ein.

Prof. Dr. Norbert Rösch am Campus Zweibrücken freut sich über den erfolgreichen Start des auf drei Jahre angelegten Projekts: „Unser Ziel ist es, innovative Technologien zu entwickeln, die rasch in konkrete Anwendungen münden und Patienten im Alltag unterstützen. Daher sind wir froh, neben renommierten wissenschaftlichen Instituten auch Industriepartner und den DAAB mit an Bord zu haben. Während wir uns vorwiegend um den Anwendungsfall ‚Nahrungsmittelallergie und -unverträglichkeit‘ kümmern, konzentrieren sich die Kollegen aus Oldenburg auf das Vermeiden von Gebrechlichkeit bei geriatrischen Patienten. Mit Hilfe von Pilotstudien prüfen wir dann gemeinsam die Alltagstauglichkeit der Entwicklungen“. Zur Wahrung der informationellen Selbstbestimmung verbleiben die erhobenen Daten dabei stets beim Patienten. Dieser kann seinem Berater erlauben, bestimmte Auswertungen der Daten mittels sogenannter „Smart Services“ durchzuführen. Dadurch wird vermieden, dass auswertbare private Rohdaten zentral gespeichert werden müssen. Nicht zuletzt werden damit Akzeptanzprobleme bei innovativen eHealth-Lösungen verringert und die Etablierung neuer Dienstleitungskonzepte erleichtert.