Lernwirksam Lehren

Unsere "Lichtblick Lehre"-Reihe geht in die nächste Runde. Wir freuen uns, Ihnen auch in diesem Jahr wieder einige neue Lichtblicke bieten zu können. Im Fokus steht das Thema "Lernwirksam Lehren".

Ausgehend von der Frage „Was macht gute Lehre aus und wann ist sie wirksam?“, die John Hattie in seiner groß angelegten Meta-Studie betrachtet hat (2008/2012)  und in der er zu dem Schluss kommt, dass es nicht die spezifische Methode oder das bestimmt Tool gibt, das die Lehre verbessert, sondern das der komplexe und hochgradig kontext-sensitive Prozess des Lehrens und Lernens sich lediglich an Rahmenbedingungen orientieren kann, soll die geplante Veranstaltungsreihe ermöglichen, sich über Prinzipien, die guter Lehre zu Grunde liegen, auszutauschen und diskursiv wie reflexiv zu nähern. 

Prinzipien guter Lehre nach Hattie (vgl. Lübcke et.al.2015)

1. Lernen als transparenter Zielerreichungsprozess
2. Feedback als zentrales Element des Lernprozesses
3. Lernen als angemessene Herausforderung
4. Angemessenen Balance zw. Oberflächen- und Tiefenstruktur der Lerninhalte
5. Differenzierter und reflektierter Methodeneinsatz
6. Integrierte Förderung der studentischen Selbstlernfähigkeit
7. Reflexion der eigenen Lehrpraxis während des Lehrprozesses

In den Veranstaltungen der Reihe werden speziell diese Prinzipien in den Fokus genommen, so dass die Teilnehmer*innen letztendlich ihre Lehre ganz individuell lernwirksam weiterentwickeln können. Lehrende aller Fachbereiche sind daher eingeladen sich innerhalb der Hochschule zu diesen didaktischen Themen und Fragestellungen auszutauschen.

Kontakt

Stabsstelle QSL / Hochschuldidaktik

Stabsstelle QSL / Assistenz

Anmeldung

Melden Sie sich über unseren OpenOLAT-Kurs zu Ihrer Wunschveranstaltung an. Schreiben Sie sich dazu in die gewünschte Gruppe ein. Wir freuen uns auf Ihre Teilnahme!

Alle Veranstaltungen der Reihe finden Online statt. Den Zugangslink sowie ggf. weitere Informationen erhalten Sie zeitnah vor der Veranstaltung.

Programm

Lernen als Gemeinschaftsprojekt: Kollaborative Seminargestaltung
mit Katharina Pietsch

Online-Workshop von 14:00 - 18:00 Uhr (Zoom-Link nach Anmeldung)

Lernen funktioniert umso besser, je mehr Einfluss Lernende in der Gestaltung ihrer Lernprozesse haben. Wenn wir Studierenden die Möglichkeit dazu geben, sind sie nicht nur motivierter und erleben sich als selbstwirksamer, es ist auch für uns als Lehrende befriedigend zu erleben, dass Studierende von uns das bekommen, was sie wirklich zum Lernen brauchen.

Ziel
Die Teilnehmer*innen des Workshops ...
... bekommen einen Überblick über Grundhaltungen, die kollaborative Lehre ermöglichen
... bekommen einen Überblick über verschiedene Möglichkeiten, Lehre kollaborativer zu machen (auch im Digitalen)
... vertiefen einzelne Methoden nach Bedarf
... erkunden, welche konkreten Praktiken sich in der eigenen Lehre einsetzen lassen

Inhalt
In diesem Workshop erkunden wir Haltungen und konkrete Lehrmethoden, um Seminare kollaborativer zu machen. Der Workshop bietet Anregungen zum Konzipieren von Lehrveranstaltungen, in denen die Bedürfnisse von Studierenden zum Tragen kommen und sie mit darüber entscheiden, welche Vorgehensweisen und Prüfungsformen ihnen am besten beim Lernen helfen.

Ein Schwerpunkt wird dabei auch auf digitaler Lehre liegen und darauf, wie kollaborative Methoden die Distanz überbrücken helfen können, die es im digitalen Unterricht häufig zwischen Lehrenden und Studierenden gibt. Wir sprechen zum einen über Grundbedingungen für kollaborative Lehre wie etwa:

  • Prozessverantwortung statt Resultatverantwortung: Verantwortung für die Gestaltung von bedeutungsvollen und unterstützenden Lernkontexten übernehmen
  • Wertschätzende Kommunikation und radikale Akzeptanz als Basis dafür, dass Studierende äußern, was sie wirklich brauchen.

Zum anderen sollen Möglichkeiten zur konkreten Umsetzung thematisiert werden, wie z.B. Seminar- und Sitzungsplanung flexibel zu gestalten, dem Input von Studierenden einen sichtbaren Wert zu geben, Methoden zur Bedürfnisabfrage oder Aufgaben und Prüfungsformen gemeinsam zu entwickeln.

Zur Person
Katharina Pietsch gibt als Bildungscoach Workshops zu lösungsfokussierten, ressourcenorientierten und kollaborativen Lehrformaten. Im Projekt Unconditional Teaching (unconditional-teaching.com) publiziert sie Essays und Podcasts zu alternativen Lehr-Lern-Beziehungen. 

Als Forschende und Lehrende hat sie im Fach British and American Studies an der Universität Bielefeld Seminarformate entwickelt, die Studierenden die Möglichkeit geben, ihre Arbeit als Beitrag zum wissenschaftlichen Diskurs zu erleben. 

Flipped Classroom
mit Daniel Al-Kabbani

ab 30.06.- individuelle Vorbereitung (1-2 UE)  über Materialien in openOLAT (Zugang nach Anmeldung)
am 07.07. - Online-Helpdesk von 14:00 - 18:00 Uhr (Zoomlink nach Anmeldung)
 
 

Aufbau des Help Desk
Der Helpdesk richtet sich an Lehrende, die bereits mit dem Flipped-Classroom-Modell arbeiten oder aber aktuell in der Planung einer Flipped-
Veranstaltung sind. Erste Grundlagen können im Vorfeld selbst erarbeitet werden (ab 30.06. über einen OLAT-Kurs). In der synchronen Webkonferenz am 07.07. werden dann gemeinsam spezifische Fragen der Teilnehmenden beantwortet.

Beschreibung
Bereits eine Woche vor der synchronen Webkonferenz wird Selbstlernmaterial auf der eLearning-Plattform openOLAT zur Verfügung gestellt. Die Teilnehmenden können nach eigenem Ermessen Grundlagen zu hochschuldidaktischen Modellen oder speziell zum Flipped Classroom neu erarbeiten oder wiederholen. (Aufwand: ca. 1 – 3 h). Spezifische Fragen und Anliegen können in einem dafür angelegten Forum gesammelt werden. In der gemeinsamen Webkonferenz werden die spezifischen Fragen und Anliegen der Teilnehmer*innen aus der Vorbereitungsphase diskutiert. Gemeinsam im Plenum können individuell passende Lösungsansätze erarbeitet werden. Ebenso können sich Teilnhemer*innen Feedback zu entwickelten Konzepten oder Material einholen.

Mögliche Learning Outcomes
• Die TN können geeignete Lernziele für die Selbstlernphase und die Präsenzphase definieren
• Die TN können verschiedene Möglichkeiten zur Aufbereitung von Selbstlernmaterial benennen und die für ihre Lehrveranstaltung adäquaten auswählen
• Die TN können eine Auswahl an möglichen Methoden für die Präsenzphase benennen und einsetzen
• Die TN sind sich der Relevanz von inhaltlichem Feedback an Studierende bewusst und können erste Methoden für Feedback einsetzen

Zur Person 
Der Diplom-Psychologe Daniel Al-Kabbani ist aktuell als Trainer für hochschuldidaktische Themen deutschlandweit tätig. Als Lehrkraft für besondere Aufgaben an der Universität Paderborn, durch Lehraufträge (u.a. an der Charité in Berlin) sowie durch Workshops in Unternehmenskontexten sammelte er praktische Erfahrungen. Aus seinem Hobby Improvisationstheater schöpft er immer wieder für die Tätigkeit als Trainer.

Mehr über Daniel Al-Kabbani und seine Arbeit: ​​​​​​https://www.creaversity.de/uumlber-mich.html

Digitale und hybride Semester absolviert. - Und nun? Was bleibt?
mit Eva-Maria Schumacher

Kollegialer Erfahrungsaustausch (online) von 14:00 - 17:00 Uhr (Zoomlink nach Anmeldung)

Inhalt
Im Sommersemester 2020 haben sich die Ereignisse überschlagen. Innerhalb weniger Tage und Wochen waren Lehrende aufgefordert, ihr Angebot den Gegebenheiten anzupassen. Sehr schnell entstanden digitale Lehr- und Lernräume mit vielfältigen Optionen und ergänzenden digitalen Angeboten. Diese Erfahrungen sind eingeflossen in digitale und hybride Formate der weiteren Semester. Nun ist es Zeit im kollegialen Austausch zu reflektieren und weiterzuentwickeln:

  • Welche der entwickelten Ansätze haben sich bewährt?
  • Was ist im Rückblick eher kritisch werten?
  • Wie können klassische didaktische Konzepte erfolgreich ins Digitale übertragen werden?
  • Wie geht es im Wintersemester 2022/2023 mit der Lehre weiter und was genau will ich auf dieser Basis umsetzen?

Über die Moderatorin
Eva-Maria Schumacher ist Dipl.-Pädagogin, Hochschuldidaktikerin, Supervisorin, Lehrtrainerin und Lehrcoach (DVNLP) sowie Geschäftsführerin von constructif

Teaching for Learning: Studentische Lernkompetenz fördern
mit Nina Bach

Blended-Learning-Angebot (Zoom-Link nach Anmeldung)

22.09.2022         15-16h  (Start) 
20.10.2022         15-17h  (Abschluss) 
...und dazwischen eine Selbstlernphase (4UE)

Die Hauptaufgabe von Studierenden ist es, zu lernen. Dabei verschwenden sie jedoch oft Zeit und Energie mit suboptimalen Lernstrategien, ohne dann zu einem guten Lernergebnis zu kommen. Als Dozierende*r ist dies manchmal auch frustrierend, weil man die Studierenden ja motivieren, mit Interesse für die Inhalte „anstecken“ und auf ihre berufliche Zukunft vorzubereiten will. Gibt es einen Weg, um Studierenden beim Lernen zu helfen, ohne dass die eigentlichen fachlichen Inhalte der Veranstaltung untergehen? Welche einfachen, schlichten Lehrmethoden können Studierende darin unterstützen, bewusster und besser zu lernen – sodass sie in der eigenen Lehrveranstaltung, aber auch darüber hinaus motivierter sind und einen größeren Lernerfolg haben? 

Ziel
Die Teilnehmenden thematisieren in ihren Lehrveranstaltungen in einem kompakten, begrenzten Zeitrahmen, was gelungenes Lernen ausmacht. Sie setzen schlichte, evidenzbasierte Lehrmethoden ein, die die Studierenden beim Erinnern, Verstehen und Transfer des Stoffes unterstützen und zudem ihre Fähigkeit verbessern, ihren Lernprozess auch in Zukunft weiter zu optimieren.

Inhalt
Dies sind die Kernthemen:
- Grundgerüst zur Förderung von gelungenen Lernprozessen in der Lehre
- Studierenden das selbstregulierte Lernen nahebringen
- Erinnerung fördern durch die Anregung von Spaced Retrieval Practice
- Verständnis und Transfer fördern durch die Anregung von Elaboration
- Metakognition fördern durch den Einsatz von Lerntagebüchern

Zur Person 
Nina Bach gibt regelmäßig Workshops für Studierende zum Thema “Lernen lernen”. Seit 2019 ist sie Lehrbeauftragte an der Uni Freiburg zum Thema “Bildungssysteme im internationalen Vergleich”. Seit 2014 unterstützet sie Ulrike Hanke in ihren hochschul- und bibliotheksdidaktischen Projekten (https://hochschuldidaktik-online.de/). Während des Studiums der Bildungswissenschaft an der Uni Freiburg war Nina Bach langjährig als Hilfskraft in der Lehre tätig. Außerdem war sie  Tutorin für Medizinstudierende in einem Team-Based-Learning-Projekt.