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Studierende MBA Innovations-Management auf internationaler Fachkonferenz in Stockholm

Unter dem Motto „Innovation – the name oft he game“ fand vom 17. bis 20. Juni die 24. Innovationskonferenz der ISPIM (International Society for Professional Innovationmanagement) in Stockholm statt. Sieben Studierende des MBA-Fernstudiengangs „Innovations-Management“ der Hochschule Kaiserslautern nahmen an der Konferenz teil. Professor Christian Thurnes – Leiter des Kompetenzzentrums OPINNOMETH am Campus Zweibrücken und Studiengangsleiter – führte die Exkursion, welche Pflichtbestandteil der angehenden Innovationsmanagerinnen und –manager war, durch.

Zunächst tauschte sich die Gruppe im Rahmen des „Junior Researcher Lab“ – einer halbtägigen Workshopveranstaltung – mit der internationalen Community der Jung-Forscherinnen und -Forscher aus und diskutierte mit erfahrenen Innovationsmanagern unterschiedlicher Unternehmen. Die ca. 80 Teilnehmenden thematisierten in den Räumen des KTH Royal Institute of Technology die Themen ihrer Forschungs- und Abschlussarbeiten und auch Fragestellungen zum wissenschaftlichen Publizieren.

In den folgenden drei Tagen thematisierte die Hauptveranstaltung alle aktuellen Themen aus Wissenschaft und Praxis des Innovationsmanagements. Die Gruppe der Studierenden reihte sich in die 460 Teilnehmenden aus 40 Nationen ein. Aus mehr als 250 Fachvorträgen, Workshops, Plenarveranstaltungen, Seminaren, Roundtables etc. konnten sie individuell ihr eigenes Konferenzprogramm zusammenstellen. Neben der Darstellung von Forschungsergebnissen waren hierbei insbesondere auch die Beiträge von Innovationsprofis vieler unterschiedlicher Unternehmen, wie z. B. Sony, Lufthansa Systems, Scania, Tata Sons, Ericsson, Lego, KPMG usw. sehr lehrreich. In vielen Beiträgen standen die Auswirkungen und Chancen der Digitalisierung für das Innovationsmanagement im Mittelpunkt. Topthemen lagen daher im Bereich der Business-Model Innovation und –Generierung unter Berücksichtigung der jeweiligen Ecosysteme. Darüber hinaus sind auf der methodischen Seite auch Open Innovation, Hackathons, Living Labs sowie Hubs und die Integration von Start-ups ins Innovationsgeschehen aus vielen Perspektiven betrachtet worden. Auch Klassiker wie Design Thinking, systematische Innovation und Future Foresight waren Teil des Programms. Die Studierenden konnten nicht nur zwischen vielen Themen, sondern auch zwischen unterschiedlichen Veranstaltungsformen wählen: vom Vortrag im großen Saal, über aktive Workshops mit ca. 20 Personen bis hin zu Diskussionszirkeln mit nur einer Hand voll Teilnehmender.

Professor Thurnes moderierte eine Reserach-in-Progress-Session, bei der Forscherinnen aus Südafrika, England und den Niederlanden über ihre Arbeiten im Bereich des Innovationsmanagements im Gesundheitswesen berichteten. Auch in diesem Feld ist Innovationsmanagement von großer Bedeutung – das Spannungsfeld liegt hierbei in der Praxis oft zwischen Hochtechnologie in bestimmten Feldern (z.B. robotergestützte Operationen) einerseits und gleichzeitig technologisch wenig entwickelten Hilfsmitteln und Prozessen (z.B. in der Pflege) andererseits.

Zum Abendprogramm der Konferenz zählte neben dem Besuch der Town Hall unter anderem die Besichtigung des Vasa-Museums. Die Vasa ist ein sehr gut erhaltenes Kriegsschiff aus dem siebzehnten Jahrhundert. Als eines der ersten Schiffe mit zwei Kanonen-Decks könnte sie als eine Innovation im Bereich des Schiffsbaus betrachtet werden. Allerdings sank sie nach weniger als einer halben Stunde Jungfernfahrt – insofern handelte es sich eher um einen Prototyp, da für folgende Schiffe entsprechende Lerneffekte aus der Vasa-Konstruktion gezogen wurden. Viele Erfolgs- oder auch Mißerfolgs-Aspekte des modernen Innovationsmanagements ließen sich anhand dieser historischen Geschichte illustrieren – so zum Beispiel die mangelnde Einbindung von „usern“ (user co-creation) und ein zu statisches Projektmanagement.

Als Abschluss der Veranstaltung konnten die Teilnehmenden an verschiedenen Exkursionen zu „Hot-Spots“ der Stockholmer Innovations- und Digitalszene teilnehmen. Die Besuche und Führungen hatten Start-Up-Zentren, Co-Working-Spaces und Living Labs zum Ziel. Des weiteren wurden Einblicke in die „Smart City“-Initiative der Stadt Stockholm gewährt und das Unternehmen Scania präsentierte Ausgründungen und Innovationsprojekte des Unternehmens im Bereich Digitalisierung.

Die Studierenden des MBA Innovations-Management konnten im Rahmen der Konferenz nicht nur ihr Theoriewissen mit aktueller Praxis und Forschung abgleichen und erweitern, sondern insbesondere auch Kontakte zu unterschiedlichsten Akteuren aus verschiedensten Branchen knüpfen. „Die Möglichkeit der individuellen Programmzusammenstellung erlaubte den Studierenden, ihre eigene Branche (z.B. Versicherung und Banken) oder präferierte Themenfelder (z.B. künstliche Intelligenz oder Design Thinking) schwerpunktmäßig zu betrachten und die Kontakte zur internationalen Community sind nicht nur für die Erstellung der Masterthesen, sondern auch für die professionelle Tätigkeit im Innovationsmanagement sehr hilfreich“, fasst Professor Thurnes zusammen. Für die Studierenden ist der Kongress mit der Heimreise noch nicht beendet – eine abschließende Aufbereitung ausgewählter Inhalte ist Teil des Curriculums und beinhaltet die Erstellung eines individuellen Posters, welches an der Hochschule in einer kleinen Galerie ausgestellt wird.

 

Weitere Informationen:

MBA Innovations-Management:    http://www.mba-innovations-management.de

ISPIM-Konferenz: https://www.ispim-innovation-conference.com/