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Online-Lehre aus didaktischer Sicht

Die Corona-Zeit bringt viele Herausforderungen mit sich – gerade für Sie als Lehrende, die üblicherweise Präsenzveranstaltungen anbieten. 

Zwar gibt es für viele Face-to-Face-Methoden einfache Online-Äquivalente. So kann beispielsweise eine Kennenlernrunde auch online in einem Webmeeting stattfinden. Eine Kleingruppenarbeit lässt sich über ein Etherpad oder in einem Forum organisieren, und für eine Blitzlichtrunde kann über einen sicheren Messenger gechattet werden. Auch virtuelle Kaffeepausen sind möglich.

Wer jedoch Bildungsangebote online bringt, sollte ein paar zusätzliche Didaktik-Tipps beherzigen.

    Online-Formate Schritt für Schritt

    Gehen Sie schrittweise vor, beginnend mit relativ einfachen Szenarien. Das folgende Stufenmodell soll Ihnen eine mögliche Vorgehensweise aufzeigen, mit der Sie Schritt für Schritt Online-Lehre realisieren können.

    Sichten Sie die Lehr- und Lernmaterialien für Ihre Lehrveranstaltung. Stellen Sie fest, welche Materialien bereits digital vorliegen, z.B. als Powerpoint-Präsentation, als Word-Dokument oder in einem anderen Dateiformat.

    Overheadfolien oder alte Schriftstücke lassen sich einscannen und so digital integrieren. Falls der Inhalt noch aktuell ist, sollten Sie allerdings überlegen, ob es nicht digitale Lösungen gibt, um den Inhalt in eine zeitgemäße Form zu geben (z.B. Infografik etc.).

    Bei der Digitalisierung und der anschließenden zur Verfügungstellung für die Studierenden ist es wichtig, auf Dateiformate zu achten, die möglichst viele Nutzer/innen öffnen können. Dazu zählt vor allem das Dateiformat PDF für die Bereitstellung von Texten (mit integrierten Bildern). Auch die gängigen Bildformate für das Web (GIF, PNG, JPG, SVG) sind vielen Nutzer/innen zugänglich und können von Standardsoftware angezeigt werden.

    Weiterhin bieten digitale Lehr-/Lernmaterialien auch im Präsenzunterricht viele Vorteile:

    • Die Inhalte lassen sich am Computer schnell anpassen bzw. aktualisieren,
    • bei Bedarf lassen sie sich beliebig oft vervielfältigen,
    • sie können per E-Mail oder über andere Medien weitergeleitet werden.

    Lernplattformen (auch Lernmanagementsysteme, kurz: LMS) bieten alles, was man für digitales Lernen braucht und es gibt viele Tutorials, die den Einstieg erleichtern. Durch Lernplattformen können einerseits alle Informationen und Materialien rund um die Lehrveranstaltung zentral bereitgestellt und andererseits die Kommunikation außerhalb des Seminarraums angeleitet werden.

    Hier an der HS Kaiserslautern wird seit vielen Jahren OLAT als zentrale Lernplattform eingesetzt und es hat sich in der digitalen Lehre etabliert. Viele Lehrende setzen OLAT bereits begleitend zur Präsenzlehre ein.

    Die Vorteile einer Lernplattform:

    • die Studierenden finden alles zu der Lehrveranstaltung zentral an einem Ort (im OLAT-Kursraum)
    • die Lehrveranstaltung kann einfach und übersichtlich strukturiert und gestaltet werden
    • es ist möglich mit den Studierenden individuell oder in Gruppen in Kontakt und Austausch zu treten
    • es gibt Zugangsbeschränkungen (die Lehrenden können entscheiden, wer die Kursinhalte sieht),
    • es besteht die Möglichkeit der Wiederverwendbarkeit des gesamten Kurses oder ausgewählter Teile

    Was ist zu beachten, wenn Sie Ihre Lernangebote auf einer Lernplattform anbieten möchten? Die folgenden Unterlagen sollen Sie ganz konkret bei der Lehrplanung unterstützen:

    Einführender Artikel zu Lernmanagementsystemen auf e-teaching.org: http://www.e-teaching.org/technik/distribution/lernmanagementsysteme

     

    Sie können Ihren Kurs nach und nach mit einzelnen Multimediaanwendungen anreichern und damit den Lernprozess der Studierenden durch mehr Abwechslung, Lebendigkeit und direkte Beteiligung unterstützen.

    Sie sollten dabei schrittweise vorgehen und neue Anwendungen möglichst einzeln nach einander einführen, um sowohl Ihnen selbst als auch den Studierenden einen reibungslosen Einstieg in die Handhabung der Multimediaanwendungen zu ermöglichen.

    Anwendungsbeispiele für Multimediaanwendungen:

    • Quizze (Tests) während oder zwischen den Lehrveranstaltungen,
    • Audience-Response-Systeme in großen Veranstaltungen,
    • Videos zur besseren Veranschaulichung der Inhalte,
    • Hörbeispiele von besonderen Situationen (z.B. Vogelstimmen, Verhandlungen, Sprachunterricht)
    • Videokonferenz mit Experten (Zeitzeugen, Muttersprachler u.a.)
    • Seminar/Vorlesung als Online-Workshop

    Haben Sie sich die Handhabung einer Bandbreite an einzelnen Elementen für die Online-Lehre angeeignet und angelegt, können Sie daraus komplexere Lernangebote entwickeln. Einzelne Elemente können dafür zu ganzen Lerneinheiten zusammengefasst werden, so dass Selbstlernphasen am Computer den Besuch einer Präsenzveranstaltung sinnvoll ergänzen. Die Kombination von Präsenz- und Online-Phasen nennt man Blended Learning. Dabei ist es wichtig, Online- und Offline-Phasen aufeinander abzustimmen und eng miteinander zu verzahnen. Diese Arbeitsweise mit digitalen Medien in der Lehre nennt man auch Integrationskonzept.

    Mögliche Mehrwerte des Blended Learning:

    • Unterschiedliche Wissensniveaus der Lernenden können angeglichen werden.
    • Wissensaneignung wird in die Online-Phase ausgelagert, um die Präsenz-Phase für die Anwendung des Wissens und zur Klärung von Verständnisfragen zu nutzen (auch "Flipped Classroom" oder JiTT "Just in Time Teaching" genannt)
    • Eine unbegrenzte Wiederholung des Lehrstoffs kann angeboten werden.
    • Lernende können in ihrem eigenen Tempo lernen.

    Weiterführende Informationen finden Sie in einem Beitrag über „Blended Learning“ auf e-teaching.org: www.e-teaching.org/lehrszenarien/blended_learning oder im Leitfaden "Blended Lerning" der FAU Erlangen & HS Ansbach https://www.ili.fau.de/wp-content/uploads/2019/12/Leitfaden-Blended-Learning-2019.pdf

    Sind die Materialien digitalisiert und sinnvoll zusammengestellt, können sie als reiner E-Kurs angeboten werden. Für den Austausch können Chats und Online-Workshops genutzt werden.

    Auf diese Weise müssen Sie das Rad nicht neu erfinden und können Ihre vorhandenen Materialien doch zeitgemäß nutzen, beziehungsweise allmählich in Multimediaanwendungen überführen.

    Regeln für die eModeration

    Damit die herausfordernde Aufgabe der eModeration und somit das Lernen in der virtuellen Umgebung für alle Beteiligten zum Erfolg wird, ist es hilfreich, wenn Sie als Lehrende*r vier zentrale Punkte beachten.

    Siehe hierzu Netiquette-Leitfaden der HSKL für die Online-Lehre.

     

    Gehen Sie auf die Bedürfnisse der Lernenden so gut wie möglich ein. Hier einige Tipps, wie Sie die angesprochenen Bedürfnisse der Studierenden berücksichtigen und so zur Motivation beitragen können:

     

    • Geben Sie diesen Studierenden in der ersten Präsenzeinheit eine Einführung in die Arbeit mit der Lernplattform/dem Kommunikationstool und/oder stellen Sie ihnen eine schriftliche Schritt-für-Schritt-Anleitung für das Arbeiten mit der Lernplattform/dem Kommunikationstool zur Verfügung.
    • Bauen Sie in Ihren Aktivitäten Praxisbezüge ein und vermitteln Sie in den Online-Phasen praxisrelevante Inhalte, dies motiviert viele Studierende an einer Aktivität mitzuwirken.
    • Schaffen Sie mit Ihren Aktivitäten in der virtuellen Umgebung einen Mehrwert und zeigen Sie den Studierenden den Nutzen auf, den sie von einer Teilnahme an der Aktivität haben.
    • Gestalten Sie Ihre Aktivitäten so, dass sich auch schon nach kürzerer Zeit Ergebnisse und damit Erfolge bei den Studierenden einstellen. Bestätigen und schätzen Sie die Beiträge der Studierenden wert.
    • Überfordern Sie die Studierenden nicht, indem Sie zu früh die Erfüllung von zu komplexen Aufgaben verlangen. Denken Sie bei der Planung Ihrer Aktivitäten an das 5-Stufen-Model von Gilly Salmon (2004) (externer Link) und bieten Sie den Studierenden Abwechslung.
    • Geben Sie bei jeder Aktivität den Zeitaufwand für deren Erfüllung an und teilen Sie längere und komplexere Aktivitäten in kürzere Abschnitte auf.
    • Nehmen Sie die Motivationslage der Studierenden wahr, bieten Sie Unterstützung an und ermuntern Sie die Studierenden zum Mitmachen. Vor allem passive Teilnehmer/innen ("Lurker") können so wieder ins Boot zurückgeholt werden.
    • Beantworten Sie Beiträge und Anfragen der Studierenden fristgerecht.
    • Ein Motivationstief kann auch durch das Einbauen einer Präsenzeinheit aufgefangen werden, die die Möglichkeit zum direkten und persönlichen Kontakt gibt.
    • Bieten Sie regelmäßig Zusammenfassungen des bisher Gelernten und Erarbeiteten an. Diese Vorgangsweise gibt dem Lernen Struktur und zeigt den Studierenden, wo sie gerade stehen.

    In Online-Lernprozessen nehmen Feedbackphasen eine besondere Stellung ein, da beim Online-Lernen der soziale Kontakt zwischen Ihnen als Lehrende/r und dem/der Lernenden bzw. den Lernenden untereinander geringer ausfällt. Feedback fördert die Motivation und steigert somit die aktive Mitarbeit der Studierenden. Zudem erhöht sich der Lerneffekt durch aussagekräftige Rückmeldungen. Bekommen die Studierenden nicht ausreichend Rückmeldung zu ihren Leistungen, fühlen sie sich schnell im Stich gelassen. Diese Gefahr besteht besonders bei längeren Online-Phasen, da hier die sozialen Kontakte geringer ausfallen als in Präsenzeinheiten. Neben der Rückmeldung Ihrerseits, sollten die Studierenden auch Gelegenheit bekommen, sich gegenseitig Feedback zu geben.

    Durch das Einbauen von Reflexionsphasen wird den Studierenden bewusst, was sie bisher gelernt und geleistet haben und welchen Nutzen sie aus dem bisher Gelernten ziehen können. Das Gelernte wird zudem wiederholt und dadurch gefestigt. Fehlentwicklungen hingegen können rechtzeitig erkannt und so vermieden werden. Damit die Reflexionsphase der Studierenden gezielt verläuft, sollten Sie vorgeben, was und wie reflektiert werden soll. Zu diesem Zweck können Sie den Studierenden bspw. den Auftrag erteilen, einige der folgenden Fragen schriftlich in einem Forum zu beantworten:

    • Was habe ich bisher in der LV gelernt?
    • Welche Fragen sind noch offen geblieben?
    • Was möchte ich noch lernen bzw. in welche Themen möchte ich mich noch vertiefen?
    • Wo sind Fehler aufgetreten und warum?
    • Welche Aspekte lassen sich an meiner Lernweise noch verbessern?

    Die Erfüllung derartiger Aufträge im Rahmen der Reflexionsphasen kann auch in die Beurteilung der Gesamtleistung der Studierenden einbezogen werden (z.B. im Lerntagebuch: Beiträge für ein solches Lerntagebuch werden bspw. regelmäßig (einmal pro Woche) in Einzelarbeit im Forum gepostet).

    (Quelle: Tipps zur eModeration, Teaching & Learning Academy, Wirtschaftsuniversität Wien, learn.wu.ac.at/open/tlac/tippsemoderation, November 2019)

    Digitale Toolbox

    Quellen und Informationen zu hilfreichen Tools für das Erstellen von multimedialen Inhalten finden Sie unter: https://www.hs-kl.de/hochschule/aktuelles/projekte-und-menschen/ganz-schnell-virtuell

    Wie konzipiere ich mein Online-Format didaktisch richtig?

    Bevor Sie sich der konkreten Umsetzung und Implementierung bestimmter Tools zuwenden, ist es empfehlenswert, zunächst allgemeine und organisatorische Rahmenbedingungen Ihres Lehrformats zu reflektieren sowie die inhaltlichen Gegebenheiten und Ziele zu analysieren. Dabei geht es sowohl um organisatrische Aspekte und Gegebenheiten, als auch um die inhaltliche Konzeption Ihrer digitalisierten Veranstaltung.

    Für den Fall, dass Sie noch nicht genau wissen, wie Ihr Konzept aussehen soll oder Sie Ihr Vorhaben zunächst reflektieren möchten, haben wir hier einige hilfreiche Hinweise für Sie zusammengetragen.

    Zur Reflexion der allgemeinen und organisatorischen Rahmenbedingungen können Sie sich beispielsweise an folgenden Leitfragen entlang hangeln:

    • Welches Format soll digitalisiert werden? Vorlesung | Seminar | Übung | Tutorium
    • Wie viele Teilnehmende erwarten Sie? 0-50 | 50-100 | 100-500
    • Welche Ressourcen und Kapazitäten stehen Ihnen zur Verfügung? Hilfskräfte | eigene zeitliche Kapazitäten | Know-How | Bestehende (Online-)Materialien | Eigene Ausstattung
    • Welche Zielgruppe sprechen Sie an? Vorwissen | Spezielle Bedürfnisse | Medienkompetenz | Ausstattung der Teilnehmenden (mobile Geräte, Kopfhörer, Webcam etc.)
    • Welche (prüfungsrechtlichen) Vorgaben und Anforderungen gibt es an die Veranstaltung? Zu leistende Wochenstunden | Abschlussprüfung | Präsentationen| Hausarbeiten | Übungen | Praxisleistungen

    Sobald Sie für sich noch einmal die grundlegenden Rahmenbedingungen Ihrer Lehrveranstaltung in Erinnerung gerufen haben, können Sie sich mit der inhaltlichen Konzeption Ihrer Veranstaltung auseinandersetzen.

    Wir empfehlen bei der Konzeption von Lehrveranstaltungen das Konzept des Constructive Alignment im Hintergrund zu behalten und das Dreigespann aus Lernzielen, Lernmethode und Prüfungsmethode im Blick zu halten. Besonders im Hinblick auf Lern- und Prüfungsmethode bedarf die aktuelle Lage besondere Sorgfalt in der Vorbereitung, damit der Umstieg auf rein digitale Formate den didaktischen Anforderungen gerecht wird und diese optimal unterstützt.

    Folgende Leitfragen können Ihnen bei der Konzeption Ihrer Veranstaltung helfen:

    • Welche Lernziele sollen erreicht werden? Beziehen Sie dabei auch die jeweilige Taxonomiestufe mit ein. 
      erinnern / verstehen / anwenden / analysieren / beurteilen / erschaffen
    • Welche Inhalte sollen vermittelt werden? An welchen Stellen ist didaktische Reduktion möglich und nötig?
    • Welche Methoden führen zum Erreichen der angestrebten Lernergebnisse?
      Welche digitalen Werkzeuge helfen mir dabei? Werfen Sie dabei auch einen Blick auf unsere digitale Toolbox und verschaffen Sie sich einen Überblick.
    • Zu welchem Zeitpunkt im Semester möchte ich welche Assessments?
      Eingangstest / Selbsttests zur Lernfortschrittskontrolle / Prüfung
    • Wie sollen Angebote organisatorisch realisiert und distribuiert werden?
      Taktung / Steuerung / Betreuung
    • Behalten Sie den Datenschutz im Auge
      Austausch und Transparenz sind nun besonders wichtig. Wo müssen dennoch Privatsphäre und der Schutz von persönlichen Informationen gewährleistet sein?

    (Quelle: „schnell digital!“ by ILI für FAU (www.schnell-digital.fau.de) Creative Commons - Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0) creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

    Worauf sollte ich bei der Umsetzung achten?

    Unterstützung und Betreuung

    Lernende brauchen in rein virtuellen Kursen besonders viel Unterstützung, Betreuung und einen festen Ansprechpartner. Achten Sie bei der Umsetzung darauf, dass Sie Ihrem eigenen Betreuungskonzept genügend Raum geben und rechnen Sie die dafür notwendige Zeit mit ein. Halten Sie engen Kontakt zu Ihren Studierenden, kommunizieren Sie viel und transparent.

    Gerade in Zeiten, in denen „Social Distancing" gepflegt wird, gilt es online, physische Distanz zu überbrücken. LEhrende können beispielsweise per Audiokommentar bzw. Kurzvideo Feedback geben oder mithilfe einer (sicheren) Messenger-App Raum für Austausch schaffen. Wenn neue Tools eingesetzt werden, kann deren Nutzung in Online-Meetings gemeinsam mit den Teilnehmenden reflektiert werden.

    ► Hilfreiche Tools: Forum, Chat, Gruppen, Peer-to-Peer Feedback, Etherpad, Abstimmung …

    Tools, Aktivitäten und Ziele aufeinander abstimmen

    Achten Sie darauf, digitale Werkzeuge entsprechend der didaktischen Aktivitäten und Zielsetzungen sinnvoll in einem stimmigen Gesamtkonzept miteinander zu kombinieren. Denken Sie über den tatsächlichen Mehrwert jedes Tools genau nach – vielleicht lassen sich manche Dinge auch einfacher lösen. 

    ► Beispiel: Muss es wirklich gleich ein komplexes Webinar sein oder können Sie auch mit Video- und Audioaufnahmen, Chat, Foren und interaktiven Übungen ähnliche Szenarien aufbauen

    Aktivierung und Kollaboration

    Bei reinen Online-Formaten ist es umso wichtiger die Motivation aufrechtzuerhalten und reines Konsumverhalten der Studierenden zu verhindern, um bessere Lernergebnisse zu erzielen. Nutzen Sie Methoden zur Aktivierung und Kollaboration. 

    Arbeitsaufträge in Kleingruppen und Tandems bieten sich nun besonders an und können helfen, auch die Lehrenden zu entlasten. Auch bei Einzelaufgaben kann die Kursleitung eine Schleife mit gegenseitigem Feedback einbauen.

    ► Hilfreiche Tools: Interaktives Video, Umfragen, Test, Übung, Etherpad, Lernkarten …

    Klare Strukturen schaffen

    Kommunizieren Sie die zeitliche Struktur des Kurses, Ihre Ideen, Erwartungen und Anforderungen (Workload-Berechnung, Leistungsnachweise) regelmäßig, anschaulich und transparent.

    Damit Lehrende und Lernende online den Überblick behalten, müssen klare Zeit- und Ortsangaben definiert werden: Wann und wo ist das nächste Online-Meeting? Wann und wo ist der nächste Arbeitsauftrag abzugeben? Wie soll er aussehen, wie sollen Dateien benannt sein? Diese Fragen klar zu beantworten, hilft bei der Orientierung im digitalen Lernraum.

    ► Hilfreiche Tools: Forum mit wöchentlichen To-dos und Aufgaben, Kalender, Sprechstunde, Buchungspool

    Mehrfachnutzung von Materialien und OER

    Denken Sie an die Möglichkeit der Mehrfachnutzung Ihrer Materialien für unterschiedliche Formate (hier eignen sich insbesondere learning nuggets) und die Nutzung offener Lernmaterialien (OER).

    ► Beispiel: Sie halten mehrere Vorlesungen in denen ein bestimmter Themenkomplex gehäuft vorkommt? Denken Sie darüber nach, ob Sie Grundlegendes zum Thema zusammenfassen können und für alle Vorlesungen zur Verfügung stellen können. So können Sie mit weniger Aufwand mehr erreichen

    Nicht immer ist die Produktion neuer Materialien (z.B. Videos) sinnvoll. Prüfen Sie etwaige Alternativen (z.B. Audio-Podcasts, Texte, vorhandene Videos), die ggf. mit geringerem Ressourceneinsatz realisierbar sind.

    ► Beispiel: Muss es wirklich gleich ein komplexes Webinar sein oder können Sie auch mit Video- und Audiaufnahmen, Chat, Foren und interaktiven Übungen ähnliche Szenarien aufbauen?

    (Quelle: „schnell digital!“ by ILI für FAU (www.schnell-digital.fau.de) Creative Commons - Attribution-ShareAlike 4.0 International (CC BY-SA 4.0) creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/)

    Didaktik-Rad

    Didaktik Rad

    Das Didaktik-Rad hilft zentrale didaktische Aspekte bei Vermittlungsvorhaben im Blick zu behalten. Es benennt und vertieft Gegenstandsbereiche von Didaktik. Die Darstellung als Infografik versammelt auf einen auf einen Blick alle bedeutsamen Aspekte. Es kann angewendet werden auf Präsenzangebote wie Schulungen, Präsentationen und Beratung aber auch auf Online-Ressourcen.

    Das Didaktik-Rad setzt sich zusammen aus den zwölf Bestandteilen der von Werner Jank und Hilbert Meyer inspirierten Grundfrage: „Wer soll was, wozu, von wem, wie, mit wem, womit, wo, wann und ohne Störungen lernen?“.