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Lehrpreisinterview

Wie erging es Ihnen, als Sie hörten, dass Sie den Lehrpreis der Hochschule in der Ausschreibungsrunde erhalten haben?

Als der Vizepräsident, Herr Prof. Meij, mir die Nachricht überbrachte, habe ich mich zuerst ein wenig gewundert, da ich nicht damit gerechnet hatte. Dann habe ich mich sofort sehr gefreut und war gerührt. So viel Anerkennung und Vertrauen durch die Studierenden zu erhalten ist eine große Ehre. Ich fühle mich bestätigt in meiner 23-jährigen Tätigkeit an der Hochschule. Meine Arbeit zeichnet sich durch eine immer gleichbleibende, konstant sehr gute Lehre aus.

Was glauben Sie, was Ihre Studierenden dazu bewegt hat, Sie zu nominieren?

Die Studierenden wissen, mit welch‘ großem Einsatz ich dabei bin, ihnen die Mathematik näher zu bringen, wobei für mich immer der Mensch im Vordergrund steht. Ich versuche dabei trotz großer Vorlesungsgruppen, die einzelnen Studierenden mit ihren Fähigkeiten zu erfassen. Klausuren sind gut vorbereitet und bieten keine Überraschungen. Weiterhin bin ich seit Beginn mit großem Engagement im Ausschuss für Studium und Lehre, im Fachbereichsrat und Studiengangsleiterin für den Studiengang Mechatronik. Das Tutorenprogramm, der Präsenz-Mathematik-Vorkurs, die Absolventenfeier, die Studientage, fast alle Firmenpreise, die im FB AIng verliehen werden, gehören zum Beispiel zu meinen vielen erfolgreichen Projekten. Zusätzlich denke ich, dass die Studierenden sehr froh darüber sind, durch mich eine Ansprechpartnerin im Fachbereich AIng zu haben, zu der man jederzeit mit allen Sorgen und Problemen kommen kann. Ich suche immer nach Lösungen. Im Fachbereich wurde ich nach der Wahl aus Spaß gefragt, wie ich denn die Studierenden bestochen hätte, damit sie mich wählen. Ich antwortete, dass ich tatsächlich bestochen habe und zwar mit konstant guter Arbeit. Ich bin immer da und immer ansprechbar für die Studierenden.

Was ist Ihnen in Ihrer Lehre wichtig?

Mir ist es sehr wichtig, den einzelnen Menschen vor mir zu sehen und seine Kompetenzen oder auch Nicht-Kompetenzen und Fähigkeiten oder auch Nicht-Fähigkeiten zu erfassen und darauf einzugehen. Gerade Mathematik ist ein schweres Fach und viele Studierende habe ihre Schwierigkeiten damit. Ich möchte den Studierenden mathematische Sachverhalten wirklich beibringen und denke mir immer wieder neue Vorgehensweise dafür aus. Dabei ist mir der direkte persönliche und menschliche Kontakt in der Lehre extrem wichtig. Daher nehme ich mir auch in großen Vorlesungen die Zeit durch die Reihen zu gehen und zu schauen, wie die Studierenden arbeiten und wo sie gegebenenfalls ihre Schwierigkeiten haben. Der häufige Besuch der Mathematiktutorien gehört für mich ebenso dazu. Meine Lehre ist dadurch gekennzeichnet, dass ich versuche so viele Menschen wie möglich zu erreichen und sie durch entsprechende Förderung zu unterstützen. Ich erkenne die Überflieger, die Unsicheren, diejenigen, die Nachhilfe benötigen oder einfach nur Zuspruch, die Faulen wie auch die Fleißigen und gehe darauf ein. Studentinnen wie auch ausländische Studierende versuche ich regelmäßig für die Tutorentätigkeit zu gewinnen. Tutorentätigkeit durch Studierenden fördert ihre fachliche Souveränität und gibt ihnen Selbstvertrauen, wenn diese die ganze Zeit begleitet wird, was ich tue.

Was haben Sie mit dem Preisgeld geplant? Gibt es da bereits Ideen von Ihrer Seite?

Für das Einsetzen des Preisgeldes habe ich verschiedene Ideen. Zum einen habe ich darüber nachgedacht, die Tutorentätigkeit damit zu finanzieren, denn in diesem Bereich sind die finanziellen Mittel immer relativ knapp. Die zweite Idee ist, mit den Studierenden der Mechatronik ein Projekt (eine Art Mechatron), das außerhalb der Lehre laufen soll, zu initiieren.

Im Zuge meiner Danksagung an die Studierenden des Fachbereichs habe ich aber auch dazu aufgefordert, mir eine gute Idee zu nennen, die unterstützt werden sollte. Dies kann auch gerne ein Projekt außerhalb der Mathematik sein.

Was möchten Sie den Studierenden, die Sie gewählt haben, noch sagen?

Ein herzliches Dankeschön! Ich habe mich über alle Maßen gefreut. Den Studierenden verspreche ich, dass ich in meinem letzten Jahr an der Hochschule genauso weitermache wie bisher. Vielen Dank an Sie, Frau Woll, für das freundliche Gespräch und dafür, dass sie mir bereits eine Aussage der wählenden Studierenden über meine Person verraten haben: „Sie lebt die Lehre!“ Das stimmt!

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