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Lehrpreisinterview

Wie erging es Ihnen, als Sie hörten, dass Sie in Ihrem Fachbereich den Lehrpreis 2018 der Hochschule erhalten haben?

Erst einmal habe ich es gar nicht wahrgenommen. Die Benachrichtigung kam mittags per Mail von Herrn Vizepräsident Meij. Da ich in einer Vorlesung war, konnte ich die Nachricht nicht einmal überfliegen. Daher hatte ich sie erst abends gelesen und es hat mich beinahe umgehauen.

Am meisten gefreut hat mich, dass es ein Lehrpreis ist, der von den Studierenden selbst bestimmt wurde. Das ist für mich das wertvollste und größte Lob, gerade von den Menschen, die man täglich betreut und für die man auch Verantwortung trägt, diesen Ehrenpreis zu erhalten. Es freut mich auch, in meinem Bestreben, eine gute und interessante Lehre aufzubauen, so wunderbar bestätigt zu werden.

Was glauben Sie, was Ihre Studierenden dazu bewegt hat, Sie zu nominieren?

Eigentlich müsste man sie selbst fragen. Ich kann jetzt nur Vermutungen anstellen. Es könnte einfach an einem harmonischen „Gesamtpaket“ liegen: interessante Vorlesungen, persönliche Betreuung in den Kursen sowie ein freundlicher, familiärer Umgang. Ich glaube, da halte ich ein relativ konstant-gutes Niveau.

Das könnte der Grund sein, weshalb ich etwas beliebter bin als andere Kollegen.

Was ist Ihnen in Ihrer Lehre wichtig? 

Schon während des eigenen Studiums hatte ich große Freude, als Tutor bei der Betreuung der Zeichenkurse meines ehemaligen Professors Thomas Schmitz, der mich fachlich sehr geprägt hat, mithelfen zu dürfen. Es machte mir schon damals große Freude, Anderen Wissen weiterzugeben und gleichzeitig selbst Neues zu lernen - eine für mich wunderbare Symbiose!

Unser Studiengang Virtual Design ist fachlich sehr breit aufgestellt, viele Berufsbranchen zwischen Design, Kunst, Architektur, Werbung, Film oder Gamedesign stehen Absolvierenden zur Wahl. Deswegen ist es uns Professoren in der Lehre sehr wichtig, Studierende umfassend auszubilden und „generalistisch“ aufzustellen. Sie sollten sich dabei kreativ frei entfalten können, insbesondere in den Bereichen, die sie vertiefen wollen. Deswegen ist es mir persönlich wichtig, in meiner Lehre möglichst flexibel zu bleiben, um auch unterschiedlichste konzeptionelle Ansätze mit den Studierenden konstruktiv weiterentwickeln zu können.

Der größte Dank ist dann, wenn sich junge, begabte Menschen während ihres Studiums zu ausdrucksstarken Künstler-, Artist- oder Designer-Persönlichkeiten entwickeln.

Was haben Sie mit dem Preisgeld geplant? Gibt es da bereits Ideen von Ihrer Seite?

Im nächsten Semester mache ich zufälligerweise ein Forschungssemester in Venedig. Das Thema geht in Richtung "Farbenlehre, Illustration und Malerei". Mein Gedanke war, mit dem Forschungssemester einerseits neues Wissen für die Gestaltungslehre wissenschaftlich zu erarbeiten und andererseits meine handwerklichen, darstellerischen Fähigkeiten im Bereich des „Digital Painting“ zu vertiefen bzw. auszubauen. Ziel ist es, wenn ich es schaffe, am Ende ein Lehrbuch für den Unterricht zu erstellen.

Deswegen plane ich auch, ein neues professionelles Zeichentablet für das Preisgeld anzuschaffen, mit dem ich im nächsten halben Jahr verstärkt arbeiten möchte. Als kleines Dankeschön für die Studierenden werde ich mein vorheriges Gerät, ein Wacom-22 Zoll-Zeichentablet im Wert von ca. 1800 Euro, den Studierenden dauerhaft zur Verfügung stellen und im studentischen Arbeitsraum aufstellen.

Was möchten Sie den Studierenden, die Sie gewählt haben, noch sagen?

Allerliebstes, herzliches Dankeschön für Ihr Wohlwollen und Vertrauen! Dieser Lehrpreis macht mich wirklich sehr stolz und glücklich! Ich hoffe, dass ich die Qualitäten, die sie an mir schätzen, auch in Zukunft aufrechterhalten und noch ausbauen kann.

Bleiben Sie sich treu, Ihr Martin Reichrath.

Ansprechperson

Details

Förderer

SQL-Fördermittel

Laufzeit

2019

Fördersumme

5.000 €

BG Fachschaftsvorsitzende Melanie Hanewald übergibt den Lehrpreis an Herrn Prof. Reichrath