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Zertifikate für eine berufliche Zukunft

Geflüchtete und Zugewanderte erhalten eine berufliche Perspektive: mit Ingenieurwissenschaftlicher Qualifizierung  an der Hochschule Kaiserslautern. Die Macher des Programms ziehen jetzt positive Bilanz – über 80 Prozent der Teilnehmenden wurden erfolgreich in den Arbeitsmarkt integriert.

Elf Ingenieurinnen und Ingenieure aus Syrien, Indien, der Türkei und weiteren Ländern haben am 13. August 2021 die „Ingenieurwissenschaftliche abschlussorientierten Qualifizierung“ (IAQ) an der Hochschule Kaiserslautern erfolgreich abgeschlossen. Die 12-monatige Qualifizierung des Hochschul-Institutes EQUAL am Campus Zweibrücken unterstützt zugewanderte Fachkräfte für Informatik, Naturwissenschaften und Technik beim Einstieg in den Arbeitsmarkt.

Neun der elf Teilnehmenden haben bereits heute den Sprung in den ersten Arbeitsmarkt geschafft und leisten damit einen qualifizierten Beitrag für die Wirtschaft – anders als viele andere Migrantinnen und Migranten, die weit unterhalb ihrer Qualifikation in Deutschland arbeiten müssen. „Mit unserem Programm eröffnen wir gut ausgebildeten Menschen die beruflichen Chancen, die ihrer Leistungsfähigkeit gerecht werden“, sagt Professor Antoni Picard, Leiter des EQUAL Instituts. Dies gebe nicht nur den Zugewanderten Selbstvertrauen zurück und sei damit menschlich ein Gebot, sondern auch volkswirtschaftlich ein Gewinn: „In Zeiten des Fachkräftemangels in den technischen und naturwissenschaftlichen Berufen müssen wir das Potential der Zugewanderten nutzen“.

Sechs Monate wurden die Ingenieurinnen und Ingenieure an der Hochschule intensiv auf die Praxis in deutschen Unternehmen vorbereitet. Auch in Zeiten von Corona konnte die mittlerweile zum sechsten Mal durchgeführte Qualifizierung in vollem Umfang angeboten werden – angepasst mit einer effizienten Verzahnung von E-Learning-Angeboten und Präsenzschulungen unter Einhaltung der Sicherheitsregeln. Auf dem Programm standen fachliche Weiterqualifizierung, Arbeitskultur in Deutschland, Fachsprachkurse, aber auch Soft Skills wie Präsentationstechniken.

In der anschließenden sechsmonatigen Praxisphase sammelten die Teilnehmenden wertvolle Erfahrungen in Unternehmen und vertieften ihre Kompetenzen. „Die Praxisphase hat mir eine Brücke in die Arbeitswelt gebaut“, sagt IAQ-Teilnehmerin Nagham Hanhoun. Die Kommunikationsingenieurin aus Syrien hat bereits während der Praxisphase von ihrem Praxisunternehmen, der STF Gruppe in Ratingen, eine Festanstellung erhalten. Und auch für alle anderen IAQ-Absolventinnen und Absolventen bietet das Hochschulzertifikat sehr gute Chancen für eine berufliche Zukunft in Deutschland.

Im Januar 2022 startet ein neuer Durchgang der Qualifizierung. Nach nunmehr sechs Jahren Laufzeit zieht die Hochschule eine erfolgreiche Bilanz: Über 80 Prozent der insgesamt 76 Absolventinnen und Absolventen ist unmittelbar nach der Qualifizierung der Einstieg in den Arbeitsmarkt gelungen. Sie arbeiten heute entsprechend ihrer Qualifikationen als IT-Fachkräfte, Ingenieurinnen und Ingenieure in Zukunftsfeldern wie E-Mobility, Umweltschutz, Telekommunikation und Energiewirtschaft.

Die IAQ wird im Rahmen des bundesweiten Programms „Integration durch Qualifizierung (IQ)“ gefördert. Mit diesem Projekt ist die Hochschule Kaiserslautern Partner im IQ Landesnetzwerk Rheinland-Pfalz. Das Programm wird aus Mitteln des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS) und des Europäischen Sozialfonds (ESF) gefördert. Partner in der Umsetzung sind das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) sowie die Bundesagentur für Arbeit (BA).

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