17.07.2017 Pressemitteilung

Sankt Petersburger deutsch-russische Unternehmensplanspieltage

Familiär und freundschaftlich statt hoch offiziell überreichte Prof. Dr. Manfred Bardmann Studentinnen und Studenten der Betriebswissenschaft des Hochschulstandorts Zweibrücken Zertifikate, die eine erfolgreiche Teilnahme an einem Unternehmensplanspiel dokumentieren, das im vergangenen Jahr in Sankt Petersburg an der Staatlichen Polytechnischen Universität Peter der Große (SPbPU) von Professor Bardmann und Frau Nicole Kalina-Klensch im Rahmen der von Prof. Bardmann initiierten deutsch-russischen Hochschulkooperation durchgeführt wurde.

Der beliebte Professor hatte seine Studierenden zu einem Abendessen und Umtrunk auf sein herrliches Anwesen ins Rosendorf Schmitshausen eingeladen. In dem märchenhaften Landschaftsgarten, mit Blick durch belaubte Kronen alter Nussbäume zum Nachbardorf Saalstadt, erhielten die Teilnehmer des Unternehmensplanspiels ihre Urkunden. „Die Reise nach Sankt Petersburg im vergangenen Herbst war schon in mehrfacher Hinsicht eine ganz besonders lehrreiche und schöne Erfahrung“, ist sich die Gruppe der Studierenden, die aus sechs Damen und drei Herren besteht, einig. Ein Höhepunkt des Russlandaufenthalts war die Teilnahme am Unternehmensplanspiel, bei dem virtuelle Unternehmen, deren Geschäftsführung sich aus russischen und deutschen Studenten zusammensetzte, auf einem virtuellen Markt, als Konkurrenten auftraten.

Das Unternehmensplanspiel, die westrussische Metropole Sankt Petersburg mit ihren vielen beeindruckenden Sehenswürdigkeiten, die außergewöhnlichen Eindrücke, die Begegnung mit der russischen Kultur, die gemeinsamen Interessen russischer und deutscher Studierenden und vieles andere mehr sind nachhaltige, unvergessliche Erlebnisse für die Studierendengruppe, die mit ihrem Professor und ihren Betreuern eine Woche in Sankt Petersburg verbrachte. „Es war super interessant, dafür zu sorgen, dass während des Unternehmensplanspiels das eigene Unternehmen nicht Pleite ging. Auch die Kooperation mit russischen Studenten in einem gemeinsamen Unternehmen fand ich äußerst positiv“, erinnert sich die Studentin Egzona Muhagjeri. Der Student Lars Zielke schwärmt von der Stadt Sankt Petersburg, die er sich „so pompös“ gar nicht vorgestellt hatte. In die Gesamtveranstaltung waren natürlich nicht nur fachlich-wirtschaftswissenschaftliche Themen integriert, sondern zum Programm gehörte auch die Erkundung der Stadt mit ihren historischen und neuzeitlichen Bauten, eine nächtliche Bootsfahrt auf der Newa oder der Besuch von Museen und typisch russischen Kaufhäusern. Nebenbei wurden Gerichte der russischen Küche probiert, die nicht bei allen der figur- und gesundheitsbewussten deutschen Studentinnen höchste Begeisterung hervorriefen. „In Russland wird sehr fett, sehr teig- und fleischlastig gekocht“, seufzte Egzona Muhagjeri.

Da nicht alle teilnehmenden deutschen Studierenden des Russischen mächtig sind und auch die russischen Studierenden kein oder wenig Deutsch sprechen, galt es, jede Begegnung, den Aufenthalt in der Stadt und jeden Austausch auf Englisch zu regeln. Fremdes Land, fremde Kultur, fremde Sprache und Schrift sowie ein unbekanntes Unternehmensplanspiel – für die Studierenden boten die Sankt Petersburger Tage im Herbst persönliches Wachstum auf unterschiedlichen Gebieten. Dem Masterstudenten Nermin Custic ist es diesbezüglich wichtig zu betonen, dass „uns unsere Partner-Hochschule in Sankt Petersburg sehr gastfreundlich und herzlich empfangen hat“. Diese nachhaltige Erfahrung wünscht die aktuelle Gruppe der Sankt Petersburg-Besucher natürlich allen Studierenden, die in Zukunft an einer russischen Hochschule studieren. Gleichzeitig sind die Teilnehmenden Prof. Dr. Bardmann und dem Fachbereich Betriebswirtschaft „sehr dankbar, dass wir so etwas erleben konnten“.

Gemeinsam feierten die Studierenden von Prof. Bardmann ihre Erfolge bei mediterranen Köstlichkeiten. „Besser, als Gerichte aus der russischen Küche – viel besser“, waren sich alle einig. Dennoch packen die Studierenden in Gedanken bereits ihre Koffer und sind sozusagen fast schon wieder auf dem Sprung nach Russland: Für kommenden Oktober hat Professor Bardmann nämlich geplant, deutsche Studierenden abermals zu einem deutsch-russischen Unternehmensplanspiel einzuladen. Diesmal soll die Reise allerdings nach Wolgograd, dem ehemaligen Stalingrad gehen, um die Kooperation mit den wirtschaftswissenschaftlichen Lehrstühlen der Staatlichen Universität für Architektur und Bauwesen voranzutreiben. Dazu sind auch die Erstteilnehmer am deutsch-russischen Unternehmensplanspiel eingeladen, um die Wolgograder Studierendengruppe mit ihren Erfahrungen zu bereichern. „Wir wollen alle wieder mit, wenn es irgend möglich ist“, bestätigt neunfaches, vehementes Kopfnicken. Dies nicht zuletzt deshalb, da sie sie in Sankt Petersburg nicht nur viel gelernt, sondern auch „viel Spaß gehabt“ hätten.

Prof. Dr. Bardmann fährt bereits Anfang September wieder nach Russland. Der engagierte Professor ist gemeinsam mit seinem Kollegen aus Sankt Petersburg, Dr. Valery Alexandrovitch Leventsov, Direktor des Instituts für Industrieökonomik und Management der SPbPU, dabei, ein Curriculum für ein Master- und Doktoranden-Studium für Studierende des Fachbereichs Betriebswirtschaft der Hochschule Kaiserslautern zu erarbeiten. Es ist geplant, dass die Vorlesungen und Seminare der anvisierten Studiengänge in englischer Sprache abgehalten und zu gleichen Teilen in Sankt Petersburg und in Zweibrücken angeboten werden. Somit dürfte die Sprache kein Hindernis sein, das Studium in den geplanten Studiengängen aufzunehmen. Die Dissertation des Doktoranden-Studiums allerdings muss auf Russisch geschrieben werden. Deshalb strebt Prof. Dr. Bardmann eine Zusammenarbeit mit einer Universität in Moskau an, an der dann Russische Sprachkurse deutsche Studenten dazu befähigen sollen, ihre Dissertation auch in Russisch zu verfassen. Zum Wintersemester 2018/19 sollen die deutsch-russischen Studiengänge ebenso an den Start gehen, wie die Einrichtung von Gastprofessuren – eine Entwicklung ganz nach der Devise von Prof. Dr. Bardmann: „Gemeinsam mit russischen und deutschen Studierenden und Wissenschaftlern lernen, lehren und forschen, statt jemals wieder gegeneinander mit Waffen zu kämpfen!“

Kategorien

Standort: Zweibrücken
Bereich: Hochschule