11.07.2017 Pressemitteilung

Wandbild erinnert am Campus Kammgarn der Hochschule Kaiserslautern künftig an deren Wurzeln

 
Nachdem die Hochschule Kaiserslautern nun mit allen Mitarbeitenden und Studierenden die neuen Räumlichkeiten bezogen hat, die auf dem Gelände der ehemaligen Kammgarnspinnerei in Kaiserslautern entstanden sind, fand heute ein Erinnerungsstück aus den Gründertagen der Spinnerei seinen Weg zurück an seinen angestammten Ort. Karin Kolb, Vorsitzende des Vereins für "Baukultur und Stadtgestaltung" und Bertold Gehm, der von der Lehrzeit 1965 bis zur Insolvenz 1981 in der Kammgarnspinnerei gearbeitet hat, überreichten der Hochschulleitung heute ein Relief mit dem Portrait eines der Firmengründer.
Dargestellt ist der Jurist und Industrielle Franz Flamin Meuth, der am 8. November 1800 in Kaiserslautern geboren wurde und maßgeblich zur Industrialisierung seiner Heimatstadt beitrug. Er gehörte zu den Initiatoren und Mitbegründern der Kammgarnspinnerei, die 1857 ihren Betrieb aufnahm. Das Wandbild hing im Büro von Emilie Bernhardt, die über viele Jahre bis zur Insolvenz des Unternehmens im Jahr 1981 in der Kammgarnspinnerei als Leiterin des Werksverkaufs beschäftigt war, über den Werksangehörige Strickwolle und Stoffe kaufen konnten. In ihren Zuständigkeitsbereich fiel auch die Bewirtung von Gästen oder kleinerer Betriebsversammlungen von Vorstand und Betriebsleiter. Das Wandbild Meuth war ein täglicher Begleiter ihrer Arbeit, das sie nach der Insolvenz als Abschiedsgeschenk und Erinnerung mitnehmen durfte.
Vor einiger Zeit überließ Emilie Bernhardt das Relief Bertold Gehm als ausgezeichnetem Kenner der Geschichte der Kammgarnspinnerei, die er von der Gründung bis zur Insolvenz aufgearbeitet hat. Beider Wunsch war es – wie auch der des inzwischen verstorben Mannes von Frau Bernhardt, der ebenfalls bis zur Insolvenz in der Kammgarn im Lohnbüro und der EDV gearbeitet hat – dass das Bild von Franz Flamin Meuth als maßgeblichem Gründer an dessen alte Wirkungsstätte zurückkehrt.
Gemeinsam mit Karin Kolb, überreichte er heute das Wandbild an den Präsidenten und den Kanzler der Hochschule. „Wir freuen uns sehr, dass für unsere Studierenden und Mitarbeitenden, aber auch für Besucher unserer Hochschule mit dem Relief der Wandel vom Industriestandort zum Wissenschaftsstandort noch plastischer und die Geschichte des Ortes ein Stück weit greifbarer wird“, zeigte Hochschulpräsident Prof. Dr. Hans-Joachim Schmidt seine Wertschätzung des Geschenks. „Wir werden einen angemessenen Platz dafür finden“, pflichtete Kanzler Rudolf Becker bei.
Hoch erfreut über den neuen Platz, den das Wandbild nun finden wird, zeigte sich auch Berthold Gehm, der den Neubau der Hochschule, bei dem auch viel der alten Bausubstanz erhalten wurde, aufmerksam verfolgt und dokumentiert hat: „Da die Hochschule ihre neue Heimat in der Kammgarnspinnerei Kaiserslautern gefunden hat ist es umso schöner das Wandbild in gute Hände zu übergeben. Wo es einst am Fuße des Kaiserbergs nach Wolle roch und Maschinenlärm zu hören war – hinter diesen Mauern studieren jetzt junge Leute.“ Damit man sich in der Hochschule ein noch besseres Bild von den industriegeschichtlichen Wurzeln machen kann, überreichte Bertold Gehm der Hochschulleitung einen von ihm erstellten Bildband, der den Lebensweg von Franz Flamin Meuth und Jean Schoen, dem zweiten Firmengründer, zeigt.

 

 

 


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