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Interview mit Prof. Dr. Manh Tien Tran, Fachbereich Informatik und Mikrosystemtechnik

Wie erging es Ihnen, als Sie hörten, dass Sie den Lehrpreis der Hochschule in der Ausschreibungsrunde erhalten haben?

Ich habe eigentlich gehofft, dass einer meiner Kollegen den Preis bekommt, denn es gibt genügend Kollegen, die sehr gute Arbeit leisten. Ich habe schon einmal einen Lehrpreis von Rheinland-Pfalz bekommen, von daher hätte ich den Lehrpreis jemand anderem gewünscht. Den Preis hätte ich gerne mit einigen Kollegen, z.B. mit Herrn Prof. Hettel, Herrn Prof. Brill und anderen geteilt.

Was könnten Ihrer Meinung nach Gründe sein, weshalb die Studierenden Sie gewählt haben?

Vielleicht liegt es daran, dass ich die Dinge anders erkläre als die Kollegen. Deutsch ist nicht meine Muttersprache und daher benutze ich meist einfache Worte, um die Dinge zu erklären. Jeder versucht seinen Job so gut wie möglich zu machen und ich eben auch. Für mich ist es unbefriedigend, wenn ich den Studierenden etwas erkläre und sie es nicht verstehen.Wir haben mit abstrakten Wissenschaften zu tun, bei der ich stets versuche eine Analogie zum normalen Leben zu finden. Es ist wie eine Übersetzung, die für Studierende dann einfacher zu verstehen ist.

Was ist Ihnen in Ihrer Lehre besonders wichtig?

Wir vermitteln Lehrstoffe und möchten, dass die Studierenden es verstehen. Manchmal ist weniger mehr. Aus diesem Grund versuche ich Dinge zu vereinfachen. Die Hauptsache ist, dass die Studierenden etwas damit anfangen können. Man muss die Studierenden beobachten. Wenn man vorne steht, merkt man, ob die Studierenden es verstanden haben oder nicht. Man kann es in ihren Augen sowie an ihrer Reaktion sehen und von daher sollte man auch entsprechend reagieren. Wenn das Erklärte zu schwer ist, muss ich mir überlegen, wie ich es vielleicht anders erklären könnte.

Was haben Sie mit dem Preisgeld geplant? Gibt es da bereits Ideen von Ihrer Seite?

Wir haben sogar schon gestartet. Wir haben zwei wissenschaftliche Hilfskräfte eingestellt, die uns bei der Umsetzung von verschiedenen Videotrainings für die Programmier-Vorlesung unterstützen. Das heißt, die Studierenden werden den Vorlesungsstoff nicht mehr in der Vorlesung hören, sondern können sich die Inhalte vorher zuhause anschauen und anhand von Beispielen in den Vorlesungen umsetzen. Zweck dabei ist, dass man in den Vorlesungen mehr Aufgaben behandeln kann. Da man am besten lernt, wenn man selbst programmiert, haben wir dann die Zeit dazu in den Vorlesungen. Wir möchten damit jetzt im Februar starten, sodass wir sie bestenfalls im Sommersemester schon nutzen können.

Was möchten Sie den Studierenden, die Sie gewählt haben, noch sagen?

Ich freue mich selbstverständlich, dass sie mich gewählt haben. Sie sollten aber auch beachten, dass nicht nur gewählt wird, weil der Professor nett ist, sondern es sollten auch Professoren beachtet werden, die für die Studierenden sehr viel Arbeit gemacht haben, die aber nicht unbedingt gesehen wurde. Ansonsten freue ich mich natürlich über die Wahl. Es wäre vielleicht gerechter, wenn der Preisträger noch zwei weitere Kollegen wählen darf, mit denen der Preis geteilt wird. Ich finde beispielsweise, dass einige meiner Kollegen mehr gemacht haben als ich, um diesen Preis zu verdienen.

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Details

Funding

SQL-Fördermittel

Duration

2019

Funding Amount

5.000 €