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Lehrpreisinterview mit Prof. Dipl.-Ing. Brigitte Al Bosta, Fachbereich Bauen und Gestalten

Wie erging es Ihnen, als Sie hörten, dass Sie den Lehrpreis der Hochschule in der Ausschreibungsrunde erhalten haben?

Als ich die Mail von unserem Vizepräsident Herrn Prof. Meij erhalten habe, habe ich mich riesig gefreut. Schwerpunkt meiner Lehrtätigkeit in dem vorwiegend künstlerisch orientierten Studiengang Architektur ist die Tragwerkslehre überwiegend in den unteren Semestern. Dieses Fachgebiet gehört normalerweise nicht gerade zu den Lieblingsfächern der Studierenden. Daher war die Freude umso größer, einen Lehrpreis erhalten zu haben, der von den Studierenden vergeben wird.

Besonders habe ich mich auch über die vielen Glückwunschmails der Kolleg*innen und Studierenden im Anschluss an die Bekanntgabe gefreut. Dies alles motiviert mich weiterhin sehr, immer mit vollem Einsatz in der Lehre und auch darüber hinaus tätig zu sein.

Was könnten Ihrer Meinung nach Gründe sein, weshalb die Studierenden Sie gewählt haben?

Gerade im ersten Semester mit derzeit 130 Studienanfängern und sehr unterschiedlichen Voraussetzungen ist eine klare Struktur der Vorlesung besonders wichtig. Ich glaube, dass meine Vorlesungen sehr strukturiert und immer gut vorbereitet sind und dass sich ein roter Faden durch meine Lehre zieht. Diese Eigenschaft erkennen die Studierenden auch in den Evaluationen immer wieder an. Anhand von Präsentationen, Tafelbildern und Skripten versuche ich den manchmal doch sehr trockenen Stoff anschaulich zu vermitteln. In der Tragwerkslehre ist es wichtig, die Theorie anhand von ausgewählten guten Projekten aus der Praxis verständlich zu vermitteln. In den Übungen und Korrekturen versuche ich die Studierenden bei der Bearbeitung ihrer Projekte zu motivieren.

Auch in meiner jahrelangen Gremientätigkeit im Fachbereichsrat, dem Prüfungsausschuss sowie meiner Tätigkeit als Studiengangsleiterin habe ich mich mit viel Energie für die Studierenden eingesetzt und auch Vertrauen gewonnen.

Was ist Ihnen in Ihrer Lehre besonders wichtig?

Der Umgang mit der Vielfalt der Studierenden mit unterschiedlichen sozialen und kulturellen Hintergründen sowie die Berücksichtigung des unterschiedlichen Vorwissens spielt bei der Wissensvermittlung eine große Rolle. Wichtig ist, mit Freude und hohem Engagement zu lehren, denn eigene Motivation fördert auch die Motivation der Studierenden und umgekehrt – das ist ein Geben und Nehmen. Durch den Einsatz verschiedener Medien versuche ich die Lehrveranstaltungen abwechslungsreich und interessant zu gestalten und das Verständnis zwischen Entwurf und Tragwerksplanung zu fördern. Weiterhin halte ich im Studiengang Architektur die Verzahnung von Theorie und Praxis für wichtig, d.h. das theoretische Wissen aus den Vorlesungen soll in den Übungen dann zur Anwendung kommen. 

Was haben Sie mit dem Preisgeld geplant? Gibt es da bereits Ideen von Ihrer Seite?

Im Mai plane ich im Rahmen des Pflichtfaches ‚Fachexkursion‘ im Bachelor und Master eine 10-tägige Architekturreise nach Norwegen zu modernen und traditionellen Höhepunkten skandinavischer Architektur. Trotz der hohen Reisekosten liegt die Teilnehmerzahl bei 47. Gerne möchte ich diese Exkursion mit einem Teil des Preisgeldes unterstützen, z.B. für spannende Fachvorträge und Fachführungen vor Ort.

Weiterhin denke ich über die Digitalisierung der Lehre nach, da der Einsatz neuer Medien neue Möglichkeiten für die Präsenzlehre eröffnet. Bei den Studierenden von heute mit den neuen technologischen Bedürfnissen, spielt die digitale Lehr- und Lernkultur eine große Rolle.

Was möchten Sie den Studierenden, die Sie gewählt haben, noch sagen?

Ich möchte mich bei allen Studierenden, die mir ihre Stimme gegeben haben, ganz herzlich bedanken.

Machen Sie sich bewusst, wie wunderbar und kreativ der Beruf des Architekten ist. Die Architektur schafft Werke von langer Dauer, sie umgibt uns ständig und prägt unsere Umwelt und unser Leben. Alle Studierenden möchte ich ermutigen mit Motivation, Idealismus, Neugierde vor allem aber mit Leidenschaft zu studieren.

Le Corbusier hat schon 1929 in seinen ‚Feststellungen‘ erklärt, dass ‚die Synthese aus Vernunft und Leidenschaft das inspirierte Werk ergibt. Die Vernunft sucht die Mittel. Die Leidenschaft führt uns auf den Weg.‘