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Interview mit der Dekanatsassistentin, Marie Kindopp, zum Studienstart unter Corona-Bedingungen

Marie, du bist als Dekanatsassistentin auch für die Beratung der Studieninteressierten zuständig. Hat sich hier durch Covid-19 etwas verändert?

Ja, ich bemerke bei den Schülerinnen und Schülern vermehrt Unsicherheiten. Viele fragen sich, wie das Studium unter Corona-Bedingungen ablaufen wird, ob es zu Verzögerungen kommt, wie es sich mit dem Praktikum verhält und schlussendlich auch, wie die Chancen sind nach dem Studium schnell einen Job zu finden.

In diesem Wintersemester ist sicher vieles anders als bisher?

Ja, das stimmt. Dies liegt aber nicht nur am hybriden Semester (Mix aus Online- und Vor-Ort-Lehre in den Laboren und Kleingruppen), wir haben auch unsere Studiengänge einem Update unterzogen. Das heißt, wer bei uns studiert, bearbeitet praxisnah in Zusammenarbeit mit der Industrie aktuelle Themen wie z.B. regenerative Energien oder die digitale Vernetzung (Industrie 4.0). So bereiten wir unsere Studierenden ganz konkret auf die Jobs und Herausforderungen der Zukunft vor.

Wie verhält es sich denn aktuell mit dem Vorpraktikum? Ich habe gelesen, dass man ein 12-wöchiges Vorpraktikum eigentlich schon vor Beginn des Studiums absolviert haben muss.

Es ist natürlich super, wenn man schon zu Beginn des Studiums praktische Anwendungen der Inhalte des gewählten Studienganges gesehen hat, dies dient auch dem besseren Verständnis in den Vorlesungen. Bereits vor Corona war es aber schon so, dass wir Bewerberinnen und Bewerber ohne Vorpraktikum nicht abgelehnt haben. Die Studierenden konnten das Vorpraktikum dann in den Semesterferien der ersten beiden Semester absolvieren, nur die Prüfungen ab dem dritten Fachsemester waren für Studierende ohne Vorpraktikum gesperrt. Aktuell haben wir diese Voraussetzung zur Prüfungsteilnahme für das Wintersemester ausgesetzt, da viele Studierende Probleme haben, einen geeigneten Praktikumsplatz zu finden. Wir werden uns nun von Semester zu Semester die aktuelle Lage anschauen und das Vorpraktikum erst dann wieder als Prüfungsvoraussetzung einsetzen, wenn die Studierenden auch gut einen Praktikumsplatz finden. Ein noch fehlendes Vorpraktikum ist auf jeden Fall kein Hinderungsgrund, das Ingenieur-Studium jetzt im Wintersemester zu beginnen.

Wird es zu Verzögerungen im Studium kommen, wenn ich jetzt im Wintersemester anfange zu studieren?

Wir versuchen von Seiten des Fachbereiches aus, alles dafür zu tun, dass die Studierenden ihre Leistungen ganz regulär erbringen können. Die Studierenden konnten im Sommersemester unter Einhaltung aller Abstandsbedingungen und mit Hilfe eines umfassenden Hygienekonzeptes ihre Klausuren an der Hochschule wie sonst auch schreiben. Wir haben sehr schnell im Sommersemester auf online-Vorlesungen und ähnliche Angebote umswitchen können, auch wenn uns sehr wenig Zeit zur Vorbereitung blieb. Inzwischen sind bestimmte Arbeiten in Kleingruppen, so zum Beispiel in den Laboren, unter Einhaltung der Sicherheitsstandards auch wieder erlaubt. Im Grunde genommen sind die Studienanfänger im Wintersemester in einer besseren Lage als die Studierenden im Sommersemester, da wir als Fachbereich durch unsere Erfahrungen lernen konnten. Ich gehe daher nicht davon aus, dass sich das Studium durch Corona verlängert.

Wie kann man sich denn so einen Studientag unter Corona-Bedingungen vorstellen?

Im Grunde genommen ändert sich gar nicht so viel zu einem klassischen Tag. Wir haben unseren Stundenplan im Sommersemester ganz bewusst  als feststehendes Raster beibehalten und werden auch für das Wintersemester einen festen Stundenplan vorgeben. So haben sowohl wir als auch die Studierenden einen festen Plan, wann Sie sich mit den Inhalten des jeweiligen Faches befassen sollen. Wie die Professoren diese Stunde gestalten, ist sehr unterschiedlich: manche halten eine Online-Vorlesung, da ist der Unterschied zur klassischen Vorlesung im Hörsaal sehr gering, manche bieten auch vertonte Folien zum Download an und beantworten dann in ihrem Unterrichtsblock Rückfragen von Studierenden oder bieten Übungsstunden an. Vielleicht hat man auch Glück und die 8-Uhr-Vorlesung wird aufgezeichnet, so dass man sie sich später am Nachmittag anschauen kann ;-)

Da ist aber schon einiges an Disziplin von Nöten?

Das ist richtig, die Disziplin braucht es für ein Ingenieursstudium aber auch unabhängig von Corona. Es ist wichtig, von Anfang an am Ball zu bleiben und kontinuierlich an den Vorlesungsangeboten und Übungen teilzunehmen. Drei Wochen vor der Prüfung wird man nicht den Stoff eines ganzen Semesters lernen können – das ist unrealistisch. Sollte etwas unklar oder nicht verstanden sein, unterstützen unsere Professoren und Assistenten aber gerne direkt im laufenden Semester. Viele unserer Studierenden haben besonders gute Erfahrungen mit Lerngruppen.

Ich komme ganz neu an die Hochschule. Wie finde ich denn eine solche Lerngruppe?

Zunächst einmal: Wie Ihnen geht es allen Studierenden, die im Wintersemester Ihr Studium in unserem Fachbereich beginnen. Uns ist es wichtig, dass Sie schon zu Beginn des Studiums einander kennenlernen und auch erste Kontakte knüpfen können. Hierzu eignen sich unter anderem die Einführungstage an der Hochschule: hier werden wir Ihnen in Kleingruppen wichtige Informationen zum Studienstart mitgeben, Sie haben die Chance Ihre Professorinnen und Professoren persönlich kennen zu lernen und vor allem auch Ihre Kommilitonen. Scheuen Sie sich an diesem Tag nicht, andere Studierende, die Ihnen sympathisch sind, anzusprechen. So findet sich oftmals  ganz schnell eine Lerngruppe zusammen.

Lohnt es sich im Wintersemester überhaupt nach Kaiserslautern zu ziehen?

Das Wintersemester ist als hybrides Semester geplant. Gerade die größeren Veranstaltungen werden aufgrund der Abstandsbestimmungen auch im Wintersemester online stattfinden müssen. Labore und kleinere Lehrveranstaltungen/Seminare werden, wenn dies sinnvoll ist, auch vor Ort stattfinden. Für die Erstsemester, die meist noch keine Labore haben, ist ein Umzug daher nicht unbedingt nötig, sofern das Elternhaus/der bisherige Wohnort sich in aktzeptabler Nähe zur Hochschule befindet. Das bedeutet, dass ich ohne Probleme zur Klausur anreisen kann, Präsenztage an der Hochschule wie zum Beispiel die Einführungstage besuchen kann und auch mal zur Bibliothek fahren kann, um ein Buch abzuholen.

Wenn ich nun im Wintersemester bei euch anfangen möchte zu studieren, wie kann ich die Zeit bis dahin noch bestmöglich nutzen?

Ich empfehle zur Auffrischung der Mathematikkenntnisse immer unseren Mathematik-Vorkurs, der am 17. August mit der ersten Selbstlernphase startet. Ein späterer Einstieg ist mit Sicherheit noch möglich, hier empfehle ich direkt bei Julia Sommer als Leiterin des Mathematik-Vorkurses nachzufragen. Der Mathematik-Vorkurs wiederholt die notwendigen Basics für das Studium und bietet vor allem auch entsprechende Übungsaufgaben an. Als blended learning-Konzept mit Selbstlernphase bleibt auch noch genug Zeit, um den Sommer zu genießen.

Falls mir jetzt noch etwas unklar ist: wo finde ich weitere Informationen?

Am besten einfach direkt bei mir nachfragen, wenn etwas unklar ist: ich bin in der Regel von 08 bis 16 Uhr unproblematisch per Mail oder telefonisch zu erreichen, nach Absprache auch gerne später. Ich freue mich, wenn ich den Erstsemestern schnell und unkompliziert weiterhelfen kann.

Dipl.-Kffr. Marie Kindopp

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