Kompetenzorientiertes Lernen in Kooperation mit Boehringer Ingelheim (20.01.2016)

Training des "vernetzten Denkens" zeigt berufsrelevante Kompetenzen auf

 

Das Studium der Technischen Betriebswirtschaft am Campus Zweibrücken der Hochschule Kaiserslautern richtet sich auf die Entwicklung interdisziplinärer Kompetenzen der Studierenden, wie sie später in Leitungs- und Führungspositionen in Produktions- und Logistikbetrieben gebraucht werden.

Im Rahmen des Blockseminars „Vernetztes Denken“ kooperierte das Kompetenzzentrum OPINNOMETH im Fachbereich Betriebswirtschaft im Januar mit der Firma Boehringer Ingelheim Pharma, die weltweit einer der bedeutendsten Hersteller von Medikamenten und Arzneimitteln ist. Im Rahmen dieser Kooperation bringt der Logistikexperte Olaf Schwarzer – bei Boehringer Ingelheim verantwortlich für das Technical Production Management – realistische Aufgaben- und Themenstellungen in eine Blockveranstaltung ein, die dann innerhalb weniger Tage von Studierenden in Gruppenarbeit mit Hilfe virtueller Logistiksimulation bearbeitet werden.

Bei der Lösung dieser Aufgaben trainieren die Studierenden nicht nur Ihre sozialen und persönlichen Kompetenzen bei der Gruppenarbeit. Zwischenreports und stark ergebnisorientierte Anforderungen bei der Abschlusspräsentation bereiten auf das „echte Leben“ im Industriebetrieb vor. Die Aufgabenstellungen beziehen sich auf alltägliche Logistikprobleme, für die viele unterschiedliche Lösungen denkbar sind. Um die Komplexität solcher Aufgaben zu bewältigen, erlernen die Studierenden mittels Modellen und Simulationen das „vernetzte Denken“. Wichtiger Lernaspekt ist hierbei die Erkenntnis, dass in vielen beruflichen Entscheidungssituationen nicht mehr anhand einfacher Ursache-Wirkungs-Beziehungen geurteilt werden kann – komplexe Themenstellungen erfordern gesonderte Bewältigungsstrategien und –methoden.

Das Experiment, als eine der wohl ältesten wissenschaftlichen Erkenntnismethoden, bietet den Studierenden den entsprechenden Halt bei der Bearbeitung der logistischen Fragestellungen. Sie entwickeln zunächst mittels Simulationssoftware Modelle von Lagern und Transportsystemen, welche ausgewählte Aspekte der Intralogistik bei Boehringer Ingelheim abbilden. Anschließend bilden sie Hypothesen darüber, wie durch Veränderungen des Modells die Problemstellungen des Unternehmens gelöst werden könnten. Daraufhin werden neue Modelle gemäß der Hypothesen erstellt und Simulationsläufe gestartet. Ein Vergleich der Ergebnisse mit denen des Ausgangsmodells ist dann der Ausgangspunkt für eine Interpretation der Ergebnisse und die Formulierung von Schlüssen und Handlungsempfehlungen für die Praxis. Die Studierenden empfehlen beispielsweise die Einführung zusätzlicher Rollenbahnen, auf denen Paletten in ein Lager transportiert werden oder andere konkrete Gestaltungsmaßnahmen.

Erfolgreiche Studierende der Technischen Betriebswirtschaft (TBW)

Foto (von rechts nach links): Nedo Alexander Bartels, Patrick Lyra, Julian Deckarm, Aron Jakob, Clarissa Spielmann-Endres, Sebastian Frohnhöfer, Sebastian Frank, Axel Biermann, Felix Marx, Witali Günter, Kerstin Winter, Olaf Schwarzer (Boehringer Ingelheim), Prof. Thurnes


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Mit vernetztem Denken und anderen Strategien der Komplexitätsbewältigung entwickeln die Studierenden entscheidende Problemlösekompetenzen, sich auch mit ergebnisoffenen Problemstellungen auseinander zu setzen. Methodische Vorgehensweisen und reale Aufgabenstellungen schaffen dabei Fähigkeiten, die später auch in anderen beruflichen Feldern als der Logistik einsetzbar sind und in einer zunehmend vernetzten Technik – Industrie 4.0 – sowie einer insgesamt immer stärker vernetzten Welt, von großer Bedeutung sind.

 

Kompetenzzentrum OPINNOMETH            Prof. Dr.-Ing. C.M. Thurnes M.A.